An dem Workshop nehmen u.a. teil:
Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Interessierte,
der Landesvorstand DIE LINKE Berlin lädt Euch herzlich ein, im Rahmen eines Workshops am 14. November die innerparteiliche Willensbildung zu den Möglichkeiten der Nachnutzung des ab 2012 stillgelegten Flughafengeländes Tegel weiter voranzutreiben und dazu beizutragen, eine inhaltliche Grundlage dafür zu schaffen, als Partei zukünftig stärker öffentlichkeitswirksam in diese wichtige stadtpolitische Debatte einzugreifen.
Der Bezirksverband DIE LINKE Reinickendorf hat in der ersten Jahreshälfte erste Überlegungen für eine nachhaltige Entwicklung der Fläche vorgelegt, die im Kompetenzteam und im Geschäftsführeden Landesvorstand positiv aufgenommen worden sind. Katrin Lompscher und Jens-Peter Heuer werden im Rahmen des Workshops darauf aufbauend ein gemeinsames Thesenpapier vorstellen.
Im ersten Halbjahr nächsten Jahres wollen wir die geeinten Vorstellungen der Partei dann im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung mit Experten aus dem Stadtentwicklungs-, Bau- und Architekturbereich diskutieren. Wir freuen uns über Eure Ideen und Anregungen und spannende Debatten
am 14. November 2009,
10 – 14 Uhr
»Roter Laden« – Geschäftsstelle DIE LINKE Reinickendorf,
Schloßstraße 22 (U-Bhf. Alt-Tegel)
TeilnehmerInnen:
Katrin Lompscher, Senatorin Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Marion Platta, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im AvB, VertreterInnen des Landesvorstands DIE LINKE Berlin, des Bezirksvorstands DIE LINKE Reinickendorf, des Bezirksvorstands DIE LINKE Charlottenburg-Wilmersdorf, des Kompetenzteams Berliner Flughäfen, der LAG Umwelt, der Ökologischen Plattform u.a. .
Ausgangspunkt:
Mit der Einstellung des Flugbetriebs auf dem Gelände des Flughafens Tegel sind 461 ha neu zu planen. Davon befinden sich 302 ha im Bundeseigentum und 159 ha gehören dem Land Berlin. Entscheidungen können also nicht allein vom Land Berlin getroffen werden. DIE LINKE Reinickendorf hat in der ersten Jahreshälfte erste Überlegungen für eine nachhaltige Entwicklung der Fläche vorgelegt, die im Kompetenzteam besprochen und verabschiedet wurden und die im Geschäftsführenden Landesvorstand positiv aufgenommen worden sind. In der öffentlichen Debatte spielt DIE LINKE bislang keine große Rolle. Die Frage lautet: Was ist im politischen Prozess eine hörbare Stimme der LINKEN?
Thesen:
DIE LINKE spricht sich gegen jegliche Verlängerung des Flugbetriebs über 2011 hinaus aus.
DIE LINKE geht davon aus, dass in Tegel und Tempelhof nicht dieselbe Entwicklung erfolgen kann. Die Zukunftsfähigkeit der Projekte bei der Nachnutzung muss im Vordergrund stehen.
DIE LINKE lehnt eine überbordende Angebotsplanung, ohne klare Nutzungsabsichten ab und setzt insgesamt auf viel grün, emissionsarmes Gewerbe und v.a. Umweltindustrie, Umweltforschung und Umweltentwicklung (erneuerbare Energien, E-Mobilität u. a.).
Das Terminal-Sechseck ist nach Meinung der LINKEN zu erhalten. Die Planungen sollten, ausgehend vom diesem Gebäude, behutsam entwickelt werden, wobei (die klimatischen Notwendigkeiten des Stadtgebietes nicht ignorierend) eine sukzessive zukünftige Entwicklung in die Außenflächen vorstellbar ist.
DIE LINKE fordert, dass die Vorstellungen zur räumlichen Entwicklung und konkrete Nutzungsideen in einem Zusammenhang stehen müssen. Zunächst steht aber die Flächennutzung und konkret die Frage der Nutzung des Terminal-Gebäudes und seiner verkehrstechnischen Anbindung im Vordergrund.
Ein Forschungsschwerpunkt (angesiedelt im Terminal-Sechseck) könnte nach Meinung der LINKEN Reinickendorf die innovative Entwicklung eines mit dem Berliner Umland abgestimmten, integrierten, ökologischen und sozialen Verkehrskonzeptes für Berlin sein. Das Konzept könnte den Um- und besonders den Ausbau des ÖPNV zu einem attraktiven nicht-fossil betriebenen Verkehrssystem beinhalten.
DIE LINKE fordert, dass die Frage nach der Tegel-Nachnutzung stärker in einem Zusammenhang mit der Diskussion um den Erhalt und die Steigerung der Lebensqualität des Bezirks thematisiert werden muss. Die lokalen Akteure müssen stärker in den politischen Prozess eingebunden werden.
Für DIE LINKE spielte die Zukunft des neuen Wohnens im Rahmen der Debatte um die Tegel-Nachnutzung seit jeher eine nachrangige Rolle. Die Nutzungsideen aller relevanten Akteure, die sich zu Wort gemeldet haben, gehen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung von einer Mischung aus gewerblicher und grüner Nutzung aus.
Nach Ansicht der LINKEN ist die Planungskultur bzw. das Verfahren der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bisher nicht bürgernah. Die Plattform der Beteiligung umfasst gerade einmal die Einrichtung von zwei E-Mail-Adressen. Ob die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgesehene Aufgabe der Cité Pasteur sinnvoll ist, muss mit den dort wohnenden mehreren hundert BürgerInnen vorher diskutiert und sollte nur gemeinsam mit ihnen entschieden werden.
DIE LINKE meldet starke Bedenken gegen eine großflächig geplante Nutzung an, auch deshalb weil im Zeichen des vorausgesagten Temperaturanstieges in Ballungsgebieten – insbesondere auch in Berlin - der Erhalt von Kaltluftschneisen eine immer höhere (auch unter wirtschaftlich Gesichtspunkten gesehen) Bedeutung erhält.
Aus Sicht der LINKEN besteht ein Konflikt mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die von einer sehr artifiziellen Freiraumflächennutzung ausgeht. Ziel der LINKEN ist kein teuer gestalteter Naturraum, sondern ein behutsam und zur Naherholung erschlossener Naturraum.
Nach Einschätzung der LINKEN bietet sich das in Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich praktizierte Konzept der „Waldaktie“ als preiswerte und bürgernahe Möglichkeit der von allen relevanten Akteuren vertretenen Aufforstung an (s. www.waldaktie.de). Ebenfalls ist ein Konzept wie das des „Trinkwasserwalds“ für Aufforstung geeignet.
DIE LINKE setzt sich für gemeinschaftliche und alternative Nutzungs- und Eigentumsformen sowie nachhaltige und dezentrale Formen der Energiegewinnung mindestens für die Eigenversorgung der anzusiedelnden Projekte bspw. in Form von Bürgersolar- oder Bürgerwindanlagen ein.
DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass, abgestimmt auf konkrete Entscheidungen für spezielle Angebote, eine umwelt- und klimafreundliche Erreichbarkeit durch den ÖPNV sichergestellt wird.
DIE LINKE hat kein Interesse daran, sich gegen den Ausweis wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller neuer Gewerbeflächen zu stellen. Auch die IHK fordert ökologisch modernes Gewerbe für Tegel.
FdR.: Felix Lederle