Aufruf
Gewalt und Intoleranz gegenüber Minderheiten haben in den letzten Jahren immer weiter zugenommen,
Menschen werden missachtet, angepöbelt, verletzt und ermordet.
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen keinerlei Akzeptanz finden, nicht im alltäglichen Straßenbild, nicht im verbrecherischen Handeln, nicht in leichtfertigen Sprüchen.
Aus Verantwortung für unser Reinickendorf zeigen wir der Intoleranz und Dummheit die rote Karte.
In unserem Bezirk wollen wir nicht wegschauen. Niemand soll bei uns Angst vor Gewalt, Verfolgung oder Herabwürdigung haben.
Zusammen wollen wir aufstehen gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus.
Wir sehen in Menschen mit unterschiedlichen ethnischen, kulturellen und religiösen Identitäten und Bezügen eine Bereicherung für unseren Bezirk und unsere Stadt.
Dafür wollen wir gemeinsam einstehen!
Berlin-Reinickendorf, 23. Januar 2001
In der Einladung zur Auftaktveranstaltung im „Labsaal“ wird das Bündnis als „eine Initiative engagierter Reinickendorferinnen und Reinickendorfer“ vorgestellt, „die verhindern wollen, dass Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus immer weiter Platz greifen“. Zu den Initiatoren und Unterstützern gehörten neben Brigitte Lange (Kreisvorsitzende der SPD), Eberhard Gutjahr (Superintendent der ev. Kirche), dem Schriftsteller Horst Bosetzky, den Vertretern des Bezirkselternausschusses Schule und Kita auch die PDS Reinickendorf. Die CDU lehnte deshalb eine Teilnahme ab. Ein Antrag der BVV-Fraktion B90/Grüne, das Bezirksamt zu ersuchen, als Zeichen seines Eintretens für ein tolerantes Reinickendorf dem Bündnis beizutreten (Drs.-Nr. 0376/XVII), wurde abgelehnt. In einem Interview für „NordBerliner, 1.4.2004 erklärte Bezirksbürgermeisterin Wanjura, das BA sei formal nicht Mitglied, unterstütze aber die Aktivitäten des Bündnisses „zum Beispiel bei der Vermittlung von Spendengeld für verschiedene Projekte“.
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