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26. Februar 2017 Reinickendorf

Eulenpost interviewt Felix Lederle

++ Reinickendorfer EulenPost ++ Ausgabe 19 ++ März 2017 ++

DIE KIEZREPORTER*INNEN POLITISCH UNTERWEGS:

FELIX LEDERLE (DIE LINKE)

Am 07.11.2016 haben die Kiezreporter Lukas und Tahim Herrn Felix Lederle im Bürgerbüro der LINKEN in der Erich-Weinert-Straße 6 in Berlin-Prenzlauer Berg besucht. Dort konnten sie ihm viele Fragen stellen, die Herr Lederle freundlicherweise alle beantwortet hat. Seit 2006 arbeitet Herr Lederle als wissenschaftlicher Mitarbeiter mehrerer Abgeordneter der Partei DIE LINKE. Darüber hinaus ist Herr Lederle Bezirksvorsitzender der LINKEN und Vorsitzender der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Herr Lederle bereitet die Ausschüsse von Frau Elke Breitenbach vor. Im Parlament werden Aufgaben aufgeteilt, da sich niemand mit allen Themen gleichermaßen gut auskennt. Deswegen gibt es verschiedene Ausschüsse wie zum Beispiel für sozialpolitische Fragen oder den Finanzhaus- halt usw.

Im Büro in der Erich-Weinert-Straße gibt es feste Präsenzzeiten. Dort haben er und seine Kolleginnen und Kollegen ein offenes Ohr für die Menschen und ihre Anliegen. Herr Lederle kann aber auch von zu Hause aus arbeiten. Als Abgeordneter nimmt er Einladungen an und geht zu Veranstaltungen in Schulen oder zu Mieterinitiativen. Neben der politischen Arbeit übt er auch ehrenamtliche Tätigkeiten aus; er betreibt Flüchtlingshilfe und unterstützt Familien. Er organisiert auch Rechtsberatungen, wenn man beispielsweise Probleme mit dem Jobcenter oder seinem Vermieter hat. Die Partei DIE LINKE bietet öffentliche Sitzungen der Bezirksverordnetenversammlung an, bei der die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, sich einzubringen. Sie können dort gemeinsam mit den Politikerinnen und Politikern diskutieren.

DIE LINKE setzt sich für Frieden und soziale Gerechtigkeit ein. Herr Lederle bedauert, dass dieses Anliegen in Reinickendorf zu viel vernachlässigt wurde, denn dort leben zu viele Kinder in Armut. Diese Kinder haben dadurch erhebliche Nachteile, was beispielsweise ihren Gesundheitszustand betrifft. Der Gesundheitszustand von Kindern aus reicheren Familien, wie in Reinickendorf-Nord, ist besser. Das findet Herr Lederle ungerecht. Im Märkischen Viertel ist die drittgrößte Armut von Kindern in ganz Berlin zu verzeichnen. Herr Lederle setzt sich dafür ein, dass ärmere Menschen nicht benachteiligt sein sollen. Vor allem die Schulen sollen gestärkt werden, in denen Kinder aus schwächeren Familien sind.

Ebenso kritisiert der Abgeordnete, dass die Mieten für Wohnungen immer teurer werden. DIE LINKE engagiert sich daher für Mieterschutz. Ebenso soll es mehr Milieuschutzgebiete geben. Herr Lederle ist der Meinung, dass sich die CDU zu wenig für Mieterschutz einsetzt. Sie würde zu sehr das Privateigentum schützen und investorenorientierte Politik betreiben. Herr Lederle findet es jedoch wichtig, dass mehr die Mieter geschützt werden sollten. Die CDU und DIE LINKE haben in dieser Angelegenheit unterschiedliche Positionen. Herr Lederle erklärte, dass es Wohnungen im öffentlichen Besitz gibt, worauf die Politiker Einfluss nehmen könnten. Diese Wohnungen sollten frei gehalten werden für Menschen mit niedrigem Einkommen.

Ebenso ist es der LINKEN wichtig, dass es im Bezirk eine kulturelle und soziale Vielfalt gibt. Dafür kämpft Herr Lederle auf Bezirksebene. DIE LINKE setzt sich stark für die Integration der Flüchtlinge ein. Laut der LINKEN sei es wichtig, Flüchtlinge nicht an einer Stelle zu konzentrieren. DIE LINKE macht sich für eine dezentrale Unterbringung stark, damit die Einheimischen in Kontakt mit den Flüchtlingen treten können. Es sei wichtig, dass Begegnungen zwischen ihnen stattfinden können, damit die Menschen erkennen, dass Ängste unbegründet sind. Auch in der Schule und beim Sport kann gegenseitige Integration stattfinden. DIE LINKE hat ein Integrationsgesetz eingeführt, denn in Berlin leben viele Menschen aus verschiedenen Kulturen. Dadurch haben auch sie die Möglichkeit, bei der Polizei oder in Jobcentern arbeiten zu können.

Ebenso hat DIE LINKE durchgesetzt, dass es in Berlin keine Studiengebühren gibt. Die Partei setzte sich auch für die Gemeinschaftsschulen ein, damit unterschiedliche Kinder gemeinsam unterrichtet werden.

Herr Lederle erzählte uns auch, dass er sich bereits als junger Mensch an Friedensdemonstrationen beteiligte. 1999 war Herr Lederle sehr enttäuscht von der rot ­grünen Bundesregierung und von der Einführung und Durchführung von Hartz IV. Das war für ihn der Anlass, selbst politisch aktiv zu werden. Der Billiglohnarbeitsmarkt sei schlecht, denn die Leute würden zu wenig Geld bei schlechten Bedingungen bekommen; die Armut nimmt immer mehr zu. Der Abgeordnete setzt sich dafür ein, dies zu ändern.

Als Kind hatte Herr Lederle verschiedene Berufswünsche wie Zootierarzt, Journalist oder Psychologe. Heute ist er neben seinem politischen Engagement beruflich als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Als zweites berufliches Standbein kann er auch als Waldorflehrer arbeiten.

Herr Lederle erzählte uns, dass er sich politisch engagiert, weil er etwas gegen die schlechten Dinge tun möchte. Ihm macht seine Arbeit Spaß, denn er hat das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Der Politiker sieht sich selbst als guter Teamplayer, als Christ, Humanist und Sozialist. Er ist der Meinung, dass er gut zuhören und sich gut mit anderen austauschen kann; er ist immer bereit, etwas dazuzulernen. Jedoch räumt der Politiker ein, dass er geduldiger sein könnte. Es sei nicht möglich, sich mit allem gut auszukennen, jedoch ist er bemüht, vieles herauszufinden. Die U18­ Wahlen nimmt DIE LINKE sehr ernst, da die Kinder die Zukunft sind.

Die Kiezreporter*innen danken Herrn Lederle für das Interview.

Interview mit Herrn Lederle

Herr Lederle findet, dass sich Menschen kennenlernen sollten und mehr Kontakt haben sollten.

Er kann auch ganz gut unterrichten; also Lehrer ist er auch. Er hofft, dass die Leute gutes Geld verdienen und nicht arbeitslos sind, sonst verdient man nämlich kaum Geld.

Er möchte natürlich nicht, dass die Mauer wieder errichtet wird, denn er hatte nämlich einen Freund auf der Ostseite. Er kann gut zuhören und er kümmert sich gern um die Anliegen der Menschen. Die Arbeit macht Herrn Lederle Spaß. Als Kind wollte Herr Lederle einmal Bauarbeiter werden.

Von Tahim

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