Renate Herranen,
Bezirksverordnete in der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf von Berlin
Große Anfrage
Betr.: Wie bürgerfreundlich sind Reinickendorfs Bürgerämter wirklich?
Das Bezirksamt wird um Auskunft gebeten:
Ist dem Bezirksamt bekannt, dass im Jahre 2002 als Ergebnis eines langen Diskurses zwischen allen Bezirken, der Senatsverwaltung für Inneres und dem Projekt Bürger-dienste (ProBüd) gemeinsam erarbeitete Standards für Bürgerämter verabschiedet und deren Umsetzung bis Ende 2003 verabredet wurden?
Warum werden diese Standards - wie eine Studie der PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus zeigt - in Reinickendorf offenbar unzureichend beachtet?
Was unterscheidet Reinickendorf von anderen Bezirken, die erfolgreich an der Umsetzung der gemeinsam vereinbarten Standards arbeiten?
Warum erfolgt in den Bürgerämtern in Reinickendorf nach wie vor eine strikte Trennung von Bürgeramts- und Meldestellenaufgaben, so dass Bürgerinnen und Bürger für die Bearbeitung ihrer Anliegen doppelte Wartezeiten in Anspruch nehmen müssen, obwohl es bereits im Jahre 2000 konkrete Überlegungen zur Einführung des Prinzips der Allzuständigkeit gab und obwohl das Prinzip in sieben Bezirken realisiert wird?
Warum werden in den Bürgerämtern in Reinickendorf nur die Hälfte der im Mindestaufgabenkatalog für den Bereich Bürgerämter vereinbarten Leistungen angeboten, wenn andererseits zehn Bezirke in der Lage sind, mehr als die Hälfte dieser Leistungen anzubieten?
Warum gibt es in den Bürgerämtern in Reinickendorf keinen Informationstresen, obwohl sich spätestens mit dem Bericht des Landesrechnungshofes 2002 herausgestellt hatte, dass Informationstresen vor allem die Wartezeiten senken, die Bürger-freundlichkeit erhöhen und die Beschäftigten in den Bürgerämtern entlasten?
Ist dem Bezirksamt bekannt, dass die besten Bürgerämter im Osten in der Zuständigkeit von CDU-Stadträten liegen und demzufolge eine parteienpolitische Intendiertheit der Studie ausgeschlossen ist?
Was gedenkt das Bezirksamt zu unternehmen, um die Bürgerämter entsprechend den landesweiten Standards auszubauen?
Berlin-Reinickendorf, den 24.6.2004
Renate Herranen, Antragstellerin