Bisher gibt es 103 Stolpersteine in Reinickendorf
(Liste s. www.heimatmuseum-reinickendorf.de)
Inschrift auf dem Sockel:
JEDE
WELTANSCHAUUNG
DIE SICH AUF
GEWALT GRUENDET
RÄDERT DEN MENSCHEN
AUF IHREN SYMBOLEN.
Inschrift der Bodenplatte:
ZUM GEDENKEN
AN DIE UNTER
DER NATIONALSOZIALISTISCHEN
GEWALTHERRSCHAFT
1933-1945
VERFOLGTEN, DEPORTIERTEN UND ERMORDETEN MITBÜRGER
verfolgte Juden
Inschrift:
VON 1933 BIS 1945 WURDEN VIELE REINICKENDORFER BÜRGER
OPFER VON TERROR, POLITISCHER UNTERDRÜCKUNG UND RASSISMUS
WEIT UEBER 1000 REINICKENDORFER BÜRGER WURDEN VERFOLGT,
WEIL SIE ODER IHRE VORFAHREN JUDEN WAREN.
SIE WURDEN ENTRECHTET, GEDEMÜTIGT, ENTWÜRDIGT.
SIE WURDEN VERJAGT ODER ZUR AUSWANDERUNG GEZWUNGEN.
SIE WURDEN IN DEN TOD GETRIEBEN.
SIE WURDEN ERMORDET.
NUR WENIGE ERHIELTEN HILFE VON IHREN MITBÜRGERN.
Rathaus Reinickendorf im Treppenaufgang des Altbaus
Eichborndamm 215-239, 13437 Berlin
Kinder (sog. Reichsausschusskinder)
Inschrift:
UNTER DEM TARNNAMEN "KINDERFACHABTEILUNG" IN DER NERVENKLINIK WURDEN VON 1942 BIS 1945
IN DIESEM HAUS 66 MÄDCHEN UND 109 JUNGEN
ALS SOGENANNTE "REICHSAUSSCHUSSKINDER"
UMGEBRACHT. UNTER NATIONALSOZIALISTISCHER
HERRSCHAFFT ERFUHREN SIE NICHT HILFE, SONDERN WURDEN GNADENLOS ZUM EXPERIMENTIERFELD.
VON DEN 175 KINDERN STARBEN 81 EINEN QUALVOLLEN TOD. IHR ALTER LAG ZWISCHEN
WENIGEN MONATEN UND 16 JAHREN.
Eichborndamm 238, 13403 Berlin
Zwangsarbeiter; Kriegsgefangene; KZ-Häftlinge
Inschrift:
AN DIESER STELLE BEFAND SICH
VON 1946 - 1952 EIN FRIEDHOF
DER FRANZÖSISCHEN ALIIERTEN
NEBEN MEHREREN TAUSEND ZWANGSARBEITERN UND
KRIEGSGEFANGENEN AUS DIESERZEIT DES ZWEITEN WELTKRIEGES
WAREN HIER VON SEPTEMBER 1948 BIS ZUR AUFLÖSUNG DES
FRIEDHOFES AUCH 34 EHEMALIGE HÄFTLINGE VERSCHIEDENER
KONZENTRATIONSLAGER BESTATTET. SIE WAREN NACH
MEHRTÄGIGEN TODESMÄRCHEN AM 13. APRIL 1945
IN DER FELDSCHEUNE DES GUTES ISENSCHNIBBE
BEI GARDELEGEN BEI LEBENDIGEM LEIBE VERBRANNT
UND IN MASSENGRÄBERN VERSCHARRT WORDEN.
Eingang des Poloplatzes (Ehemaliger Französischer Ehrenfriedhof)
Schönfließer Straße 13-19, 13465 Berlin
jüdische Opfer
Inschrift:
DIESES HAUS
WAR SEIT 1926 EIN JÜDISCHES KINDERHEIM. ZUR ZEIT
DES NATIONALSOZIALISMUS WURDE ES SYNAGOGE UND BILDETE DEN MITTELPUNKT JüDISCHEN LEBENS IN
REINICKENDORF.
NACH DEN ZERSTÖRUNGEN IN DER REICHSPROGROM-
NACHT 1938 MUSSTEN AUF BEHÖRDLICHE ANORDNUNG AN DIESEM ORT JUDEN EINZIEHEN. VIELE VON IHNEN
WURDEN DEPORTIERT UND ERMORDET.
1944 ENTEIGNET, BLIEB DAS HAUS NOCH LANGE IM
BESITZ DES LANDES BERLIN.
Falkentaler Steig 16, 13467 Berlin
Hans Coppi und Hans (Hanno) Günther
Inschrift:
Scharfenberger leisteten Widerstand gegen
den Nationalsozialismus
Hans Coppi - Hanno Günther
hingerichtet
22.12.942 - 3.12.1942
Gedenktafel auf der Schulfarminsel
Insel Scharfenberg, 13505 Berlin
Mitarbeiter der Firma Stolzenberg - Widerstandsgruppe "Saefkow"
Inschrift:
Im Kampf gegen den Faschismus
fielen den Henkern zum Opfer
unsere unvergeßlichen Kollegen
KARL LÜDKE
hingerichtet am 29. Januar 1945
SIEGFRIED FORSTREUTHER
hingerichtet am 30. Oktober 1944
WALDEMAR HENTZE
verstorben im Gefängnis am 18. Februar 1945
"Lieber vom Feind erschlagen,
als für den Feind zu fallen."
Karl Lüdke
am Tage der Urteilsverkündigung.
Berlin Reinickendorf-West, den 29. Januar 1946
Die Belegschaft der Firma
Friedrich Stolzenberg & Co. G.m.b.H.
Saalmannstraße 9, 13403 Berlin
Widerstandsgruppe "Mannhart"
Inschrift:
DEM GEDENKEN
AN DIE
WIDERSTANDSGRUPPE MANNHART
BEI
RHEINMETALL-BORSIG
1941 BIS 1943 KÄMPFTEN DEUTSCHE MÄNNER
UND FRAUEN IN WORT, SCHRIFT UND TAT
GEGEN DIE
NATIONALSOZIALISTISCHE ZWANGSHERRSCHAFT.
VIER VON IHNEN WURDEN
AM 25. SEPTEMBER 1944 HINGERICHTET,
ANDERE VERBÜSSTEN ZUCHTHAUSSTRAFEN
Berliner Straße 27-33, 13507 Berlin
Widerstandsgruppe "Mannhart"
Inschrift:
Viele Menschen aus der Schubartstraße leisteten mutigen
Widerstand gegen den Nationalsozialismus, darunter auch
Mitglieder der Gruppe Mannhart (Rheinmetall-Borsig).
Sieben wurden ermordet
Paul Bruske, Paul Lehmann, Friedrich Lüben,
Anna und Emil Becker, Anna und Richard Beuthke
"Ich möchte, daß man weiß: daß es keinen namenlosen Helden gegeben hat" (Julius Kämpfer, 1943 ermordet)
Schubartstraße 55, 13509 Berlin
Mitarbeiter der Firma Teves - Widerstandsgruppe "Saefkow"
Inschrift:
DEM GEDENKEN
AN DIE
WIDERSTANDSGRUPPE ANTON SAEFKOW
BEI DER
FIRMA ALFRED TEVES
1933 BIS 1944 KÄMPFTEN DEUTSCHE MÄNNER
UND FRAUEN IN WORT, SCHRIFT UND TAT
GEGEN DIE
NATIONALSOZIALISTISCHE hERRSCHAFT.
MEHR ALS 50 MITGLIEDER WURDEN
IM SEPTEMBER 1944
IM ZUCHTHAUS BRANDENBURG HINGERICHTET.
In der Filiale der Romain-Rolland-Oberschule (Gymnasium)
Hermsdorfer Straße 14, 13437 Berlin
Widerstandsgruppe um Robert Uhrig
Inschrift:
DEM GEDENKEN
AN DIE
WIDERSTANDSGRUPPE UHRIG
IN DER DEUTSCHEN
WAFFEN- UND MUNITIONSFABRIK
VON 1933 BIS ZU IHRER VERHAFTUNG 1942
KÄMPFTEN DEUTSCHE MÄNNER UND FRAUEN
MIT WIDERSTANDSGRUPPEN AUS ANDEREN BETRIEBEN
IN WORT, SCHRIFT UND TAT
GEGEN DIE
NATIONALSOZIALISTISCHE HERRSCHAFT
UND DIE FORTSETZUNG DES KRIEGES.
16 WIDERSTANDSKÄMPFER
WURDEN IN DER UNTERSUCHUNGSHAFT ERMORDET,
WEITERE 36 HINGERICHTET
Eichborndamm 107-109, 13403 Berlin
Opfer der Euthanasie
Inschrift:
IN DEN WITTENAUER HEILSTÄTTEN WURDEN 1933-1945
TAUSENDE PATIENTEN ZU OPFERN
NATIONALSOZIALISTISCHER VERBRECHEN.
DAS LEBEN DIESER MENSCHEN GALT ALS WERTLOS.
SIE WURDEN ALS FORTPFLANZUNGSUNWÜRID BEZEICHNET
UND ZWANGSSTERILISIERT. SIE STARBEN DEN GEWALT-
SAMEN HUNGERTOD. SIE WURDEN IN TÖTUNGSANSTALTEN
DEPORTIERT UND DORT MIT MEDIKAMENTEN VERGIFTET
ODER IN GASKAMMERN ERMORDET.
DIESE MENSCHEN WAREN SCHUTZBEFOHLENE. SIE WURDEN
VON JENEN GETÖTET, DIE SIE SCHÜTZEN SOLLTEN.
DIE VERBRECHEN AN DIESEN WEHRLOSEN KRANKEN
SIND UNSÜHNBAR. DIE SCHULDIGEN SIND BEKANNT.
DIE OPFER SIND UNVERGESSEN!
Oranienburger Straße 285, 13437 Berlin
Hermann Schulz
Inschrift:
Portrait des Hermann Schulz
HERMANN SCHULZ
10.09.1890-10.11.1942
LEBTE IN UNSEREM BEZIRK UND UNTERRICHTETE
LANGE JAHRE AN DER "GRAUEN SCHULE"
IN DER AUGUSTE-VIKTORIA-ALLE. ER STARB IM
WIDERSTAND GEGEN DIE NAZIHERRSCHAFT
Hermann-Schulz-Grundschule
OT Reinickendorf
Kienhorststraße 67-79, 13403 Berlin
Oberst Wilhelm Staehle
Inschrift:
Oberst Wilhelm Staehle
*20.11.1877 gest. 23.04.1945
Dem Kommandanten der Invalidensiedlung,
der wegen seiner Teilnahme am Widerstand
gegen das Hitler-Regime unmittelbar vor Ende des Krieges
von den Nationalsozialisten ermordet wurde,
zum Gedenken.
zwischen den Häusern 11 und 12
Invalidensiedlung, 13465 Berlin