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23.08.2006

Rot-Rot ante portas

Was man so in Kiez-Zeitungen der „Reinickendorf-Partei“ erfährt

„Mit ganzer Kraft und Leidenschaft“ wollte er sich im Deutschen Bundestag für die Reinickendorfer engagieren, verkündete der CDU-Kreisvorsitzende in „Unser Borsigwalde“, Ausgabe: Sommer 2005. Seitdem ist Sendepause.

Herr Steffel versucht es 2006 wieder. „Am 17.September geht es um Frohnau“, erfahren wir von ihm im Extrablatt der Kiez-Zeitung „Unser Frohnau“. Denn: Rot-Rot wolle mit einer ideologischen Politik der Gartenstadt und den Haus- und Grundbesitzern ans Leder. Ein bisschen Angst machen schadet nicht, mag er denken: „Die Wahlen in Reinickendorf werden dieses mal besonders knapp“. Der Grund ist für ihn die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre. (Ob er dabei an sein Ergebnis bei der Probeabstimmung in der Georg-Schlesinger-Schule vor der Wahl 2005 gedacht hat - ganze 15,1 % hätten ihn gewählt, wenn sie damals schon gedurft hätten). Noch schlimmer: die nur noch 3 %-Hürde für die BVV (die gab es aber auch schon 2001). Dadurch sei mit vielen Klein- und Splitterparteien in der BVV zu rechnen. Welch ein Horrorszenarium für die „Reinickendorf-Partei“ (austauschbar: „Frohnau-Partei“, „Hermsdorf-Partei“ usw.). Für die CDU ist Demokratie wohl nur, wenn sie die Mehrheit hat. Zur Erinnerung: Eine absolute Mehrheit hatte sie auch schon 2001 nicht mehr in der BVV. Ihrer Arroganz tat das leider noch keinen Abbruch. Die Wähler sollten da noch etwas zulegen (wenn Sie verstehen, was ich meine).

Die JU liebt Reinickendorf. Sven C. liebt unseren Bezirk auch, aber das MV ganz besonders. (Hat er keine Freundin oder keinen Freund?). Frau Wanjura liebt das MV auch. Im „KiezKurier MV“, Juni/Juli 2006 zeigt sie sich stolz darauf, dass sie - natürlich trotz Rot-Rot – „aus dem schlafenden Riesen Reinickendorf einen Teil der quirligen Metropole Berlins“ machen konnte. Welche Sprachgewalt! Finden Sie nicht auch?

Herr Gram lobt im „Fuchs in Reinickendorf-West“, 2-2006 seine Arbeit als Vorsitzender des Rechtsausschusses des Abgeordnetenhauses, fordert die Wählerinnen und Wähler auf, sich bei der Volksabstimmung für mehr direkte Demokratie in Berlin zu entscheiden. Gut so! Es ist gar nicht solange her, dass die CDU Reinickendorf mit der Bürgermeisterin an der Spitze die Gefahr eines Regierungs-Stillstandes im Bezirk im Falle größerer Mitbestimmung der Bürger heraufbeschworen hatte. Wie man sieht, lernt sogar die CDU manchmal hinzu.

Die CDU Hermsdorf bietet im Internet immer noch ihr Wahlprogramm 2001-2006 an. „Wir in Tegel“ ist da ein bisschen aktueller: Roland Gewalt und Steffel-Bruder sind schon bei Mai 2005. Die CDU in Heiligensee hat ein kommunalpolitisches Programm vom März 2006; ihr Kiez-Blatt „Wir im Norden“ - im Netz eine Fehlanzeige. Kiez-Zeitungen in Lübars, Waidmannslust und Schönholz sind seit langem „in Arbeit“. Vermisst sie jemand?

Und am 17.September, 18.00 Uhr? Schaun mer mal, würde Kaiser Franz gelassen sagen.

Friedrich Wilhelm