Felix Lederle (34) ist Reinickendorfs Direktkandidat der LINKEN. Der studierte Politikwissenschafter und Volkswirtschaftler arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter mehrerer Abgeordneter der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus und ist Mitglied im Landesvorstand der LINKEN. Seine Hobbys sind Fußball, Kino, Literatur und seine Familie.
Herr Lederle, mit welche Themen werden Sie sich als Bundestagsabgeordneter besonders beschäftigen?
… mit den Bereichen Arbeit und Soziales. Durch die Hartz-Gesetze haben SPD und Grüne einen Billiglohn-Arbeitsmarkt geschaffen. Die Große Koalition hat diese Politik der Verdrängung regulärer durch prekäre Beschäftigung fortgesetzt. Ich setze mich u.a. ein für: gute Arbeitsbedingungen, einen gesetzlichen Mindestlohn, einen öffentlichen Beschäftigungssektor, eine armutsfeste, sanktionsfreie Grundsicherung und gerecht finanzierte, gesetzliche Solidarsysteme.
Was geht Ihnen in der Politik am meisten auf die Nerven?
Das Volkseinkommen ist von 1998 bis 2008 um 27 % gestiegen, aber die Reallöhne sind gefallen und Vermögende und Großkonzerne zahlen weniger Steuern als in den USA. Durch die unter rot-grün wie schwarz-rot betriebene Umverteilungspolitik von unten nach oben hat die Armut zugenommen, wurde die Binnennachfrage geschwächt und die Spekulation ermöglicht, die zu der Krise geführt hat. Da CDU, SPD und FDP trotz der Kosten der Krise die Vermögensmillionäre nicht stärker besteuern wollen, droht nach den Wahlen Sozialabbau.
Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Reinickendorf?
Die Zahl der Erwerbstätigen ist in Reinickendorf zwischen 1998 und 2006 um 7 % und das mittlere Pro-Kopf-Einkommen auf 900 Euro gesunken. Durch eine Stärkung der Kaufkraft und eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik auf Bundesebene lassen sich Wachstum und Beschäftigung auch im Bezirk stärken. Kommunalpolitisch setzt sich DIE LINKE u.a. für mehr Bürgerbeteiligung und einen stärkeren Stellenwert der Integrationspolitik im Bezirk ein.
Ihr wichtigstes Ziel für Deutschland?
Ich will aus christlich-humanistischen, politischen und ökonomischen Gründen die Umverteilung von unten nach oben umkehren. Deutschland ist ein reiches Land und wenn es gelingt, die Idee gesellschaftlicher Solidarität wiederzubeleben, lassen sich ökonomisch und politisch sinnvolle Investitionen in Bildung, Verkehr, Gesundheit und Energiewende finanzieren. Gerade als LINKER sehe ich die zunehmende Überwachung durch Staat und Wirtschaft mit großer Sorge.
Und Ihr wichtigstes Ziel auf internationaler Ebene?
Deutsche Außenpolitik muss strikt auf zivile Konfliktlösung und eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit bspw. für eine Energiewende, eine Regulierung der Finanzmärkte oder die Erreichung der Millenium-Entwicklungsziele ausgerichtet werden. DIE LINKE fordert den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, eine Überwindung der NATO und eine Demokratisierung und Stärkung der UNO.
Die Fragen stellte Susanne Schilp
