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12.09.2009 Bundestagswahl 2009 • Wahlprüfsteine / Fragen

Codex Alimentarius

Sehr geehrter Herr Lederle,

bevor ich am 27. September 2009 mein Kreuzchen bei Ihrer Partei mache, möchte ich doch wissen, wie DIE LINKE zum „Codex Alimentarius“, der ja wohl Ende des Jahres von der EU verabschiedet werden soll, steht. Soweit ich mich informiert habe, handelt es sich dabei um einen „kleinen Horrorladen“ der Chemie,- Biotech- und Pharmaindustrie, bei dem natürlich auch die Firma „Monsanto“ ihre Finger mit im Spiel hat. Der „Codex Alimentarius“ ist ein Gesetz, welches festlegt, dass:

  • biologische Nahrung bestrahlt werden muss,

  • Genfood in biologischer Nahrung nicht kennzeichnungspflichtig ist,

  • Genfood überhaupt nicht kennzeichnungspflichtig ist,

  • beinahe alle homöopathischen Mittel vom. Markt genommen werden müssen

  • alle Heilkräuter verboten werden müssen,

  • die meisten alternativen Heilweisen und Heilverfahren verboten werden müssen,

  • alternative Kindergarten- und Schuleinrichtungen verboten werden müssen, wie Waldorf­schulen und -kindergärten, Waldkindergärten etc.

Mit diesem Gesetz werden nur Interessen und Profitgier einiger weniger Großkonzerne bedient, aber jeder Mensch bleibt langfristig gesehen damit auf der Strecke. Sicher ist das bei der weltweiten Überbevölkerung so gewünscht. Welchen Beitrag leistet Ihre Partei um dieses menschenverachten­de Machwerk eben nicht in Kraft treten zu lassen?

Mit freundlichen Grüßen

H. B., 13465 Berlin



Sehr geehrte Frau B.,

DIE LINKE sieht den „Codex Alimentarius“ sehr kritisch. Ich teile Ihre Befürchtungen und lehne es ab, dass gut funktionierende nationalstaatliche Regelungen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln durch die übergeordnete Normensammlung des Codex in Frage gestellt werden. Das betrifft insbesondere das Verbot von gentechnisch veränderten Organismen und Nahrungsmitteln, darunter auch Produkte von Monsanto. Für DIE LINKE besitzt der umfassende Schutz vor möglichen ökologischen, biologischen und gesundheitlichen Risiken der Agro-Gentechnik oberste Priorität. Deshalb fordern wir, dass die Bildung von gentechnikfreien Regionen durch die EU erlaubt und gefördert wird und setzen uns für ein Moratorium für den kommerziellen Anbau transgener Kulturen nach dem Vorbild bspw. der Schweiz ein. Abschließend zwei perönliche Bemerkungen: meine vierjährige Tochter besucht einen Waldorf-Kindergarten, von dem meine Frau und ich sehr begeistert sind und in unserem Haushalt kommen im Krankheitsfall in der Regel zunächst homöopathische Mittel zum Einsatz.

Mit freundlichen Grüßen

Felix Lederle