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24.09.2009 Bundestagswahl 2009 • Wahlprüfsteine / Fragen

Nachnutzung Flughafen Tegel

Sehr geehrter Herr Lederle, 

der Flughafen Tegel wird 2012 geschlossen. Er ist zum Teil auch in Bundesbesitz, also wird sich auch der Bundestag damit beschäftigen müssen.   

Gibt es schon Vorschläge oder Vorstellungen in Ihrer Partei, was nach Einstellung des Flugbetrieb mit dem Gelände geschehen soll?   

Im voraus vielen Dank für die Antwort, ......

A.J., 13403 Berlin



Sehr geehrter Herr J.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ja, Vorstellungen gibt es. Der Bezirksverband der Reinickendorfer LINKEN hat sich schon seit Monaten mit der Frage der Nachnutzung des Flughafens Tegel (TXL) beschäftigt. Erste konkrete Vorschläge liegen auf dem Tisch. Ich finde sie vernünftig und teile sie.

Erlauben Sie mir eine Vorbemerkung, die meines Erachtens entscheidend für das Herangehen an ein Nachnutzungskonzept für den innerstädtischen Flughafen Tegel ist.

„Städte haben zunehmend eine entscheidende Rolle beim Klimawandel. Dabei sind sie gleichermaßen Täter und Opfer des Klimawandels. So sind urbane Ballungsräume die größten räumlichen CO2-Quellen, denn dort wird ca. 80 % der Energie verbraucht. Die klimabedingte Verwundbarkeit der Städte geht gleichzeitig einher mit Hitzewellen, Extremwetterereignissen und allgemeiner Klimaerwärmung. Damit die Stadt diesem Klimawandel nachhaltig begegnen kann und ihre Funktionalität als klimagerechte Stadt gewahrt bleibt, bedarf es eines integrierten Strategieansatzes, der sowohl auf Maßnahmen der Abminderung des Klimawandels (Mitigation) als auch auf Maßnahmen der Anpassung an den Klimawandel (Adaptation) baut.“

Dieses Zitat stammt aus dem „1. Bericht zum Klimawandel in Berlin“ der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz von Senatorin Katrin Lompscher (DIE LINKE). Die Konsequenz: Es darf keine ökonomischen, Landschafts- oder städteplanerischen Entscheidungen auf politischer Ebene mehr geben, die nicht die Belange des fortschreitenden Klimawandels zur Grundlage haben. Dies gilt also auch für die Nachnutzungsdebatte zu den Flughäfen in Berlin.

Auf einer Wahlveranstaltung der LINKEN in Tegel haben Katrin Lompscher - sie ist auch Stellv. Landesvorsitzende - und ich die eingeleitete Debatte um ein geeignetes Konzept zur Nachnutzung des Flughafengeländes Berlin-Tegel begrüßt.

Die LINKE befürwortet eine breite öffentliche Debatte und Vorschläge, die einen Großteil der Freiflächen in den umgebenden Landschaftsraum integrieren und die Gebäude für ökologische Modellvorhaben nutzen. Sie begrüßt damit auch den Vorschlag des Flughafenarchitekten Prof. von Gerkan, das frei werdende Gelände des Flughafens für ein “Zentrum der Deutschen Umweltindustrie” zu nutzen und Unternehmen und Forschungseinrichtungen anzusiedeln, die sich mit der Entwicklung erneuerbarer Technologien beschäftigen. Dies wäre auch ein wichtiger Beitrag für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Beschäftigungspolitik.

Die LINKE Berlin wird sich weiter aktiv an der wichtigen Debatte über die Nachnutzung Tegel beteiligen. Der Landesvorstand der LINKEN Berlin und die Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus werden dazu im November 2009 einen öffentlichen Workshop durchführen.

Alles Weitere zur Nachnutzungsdebatte innerhalb der LINKEN finden Sie unter: www.die-linke-reinickendorf.de/kommunales/themen/flughafen_tegel.

Mit freundlichem Gruß,
Felix Lederle