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Mit 81 noch aktiv

Wir in Reinickendorf • 01/2001

Charlotte Buchmann neben dem Pappkanzler im Märkischen Viertel; Foto: Erich Wehnert

Charlotte Buchmann und Schröders Rentenpläne

Charlotte Buchmann, 81 Jahre, geboren in Berlin, Tegelerin seit der Wende, Mitglied der PDS.

Die erste Frage bezieht sich auf das Bild von Elke Brosow auf der Berliner PDS-Homepage, das Charlotte und den Pappkanzler zeigt.
Du liebst den Kanzler innig?

Na ja, wer mich kennt weiß, das war Sarkasmus. Der Schröder ist für mich der Genosse der Bosse. Dabei bleibe ich. Auch beim Thema Renten. Deshalb war ich ja beim PDS-Aktionstag im Märkischen Viertel mit dabei, obwohl mir das Laufen schwer fällt.

Was ist daran sozial und demokratisch, wenn die Regierungspartei SPD mit ihrem Konzept zur Rente die Arbeitgeber bevorzugt und den Leuten erklären will, das sei nun mal der Lauf der Dinge und damit basta.

Mit mir nicht. Und dann die private Vorsorge. Wo kommen wir da hin? Freiwillig können die Leute ja einzahlen, wohin und soviel sie wollen und können. Aber als Pflicht, als Zwang? Das heißt ja, die gesetzliche Rentenversicherung hat dann das Niveau der Sozialhilfe. Das kann doch nicht sein.

Verstehen die Leute überhaupt, worum es geht?

Dafür waren wir ja unterwegs. Klar ist das schwierig zu durchschauen. Die Abgeordneten aus dem Bundestag tragen ja auch eine Verantwortung, das vor Ort zu erklären und Vorschläge zu machen. Petra Pau und Heidi Knake-Werner haben das für die PDS gut gemacht. Viele Jahre lebte ich in Köpenick und arbeitete ein Leben lang. Wie viele Frauen im Osten. Ich empfinde es als ein Recht, dafür auch eine angemessene Rente zu haben. Die Jugend heute so zu verunsichern und Bewährtes aufzugeben, ein Prinzip also, das ja das Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Modell darstellt, das halte ich für schlimm. Wo kommen wir da hin?

Welche Vorschläge findest Du akzeptabel?

Eine gesetzliche Rente von allen für alle. Politiker, Beamte, Selbstständige, die vielen Millionäre, die können doch alle einzahlen oder nicht? Da käme eine hübsche Summe zusammen. Und wenn ich das verstehe, wird das dem Kanzler doch wohl auch zuzumuten sein.

Deine Wünsche für das neue Jahr?

Rüstig bleiben, vor allem im Kopf.