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Wahlkampfsplitter
Wir in Reinickendorf • 10/2002

Lecker Links

Besucher des Eiscafe, Gäste des Ibis-Hotel gegenüber, zur Residenzstraße Eilende, Autofahrer stutzten: Was ist auf dem Kolpingplatz los?

Der Wahlkampf machte es möglich: Auf Einladung der PDS kam erstmals der Oberhavel Bauernmarkt aus Schmachtenhagen mit seinen Attraktionen nach Reinickendorf. Nicht Alltägliches gab es zu essen und trinken, Spezialitäten wurden feilgeboten.

Dazu standen PDS-Spitzenkandidatin Petra Pau, Senatorin Heidi Knake-Werner sowie PDS-Politiker des Bezirkes und aus Oberhavel Rede und Antwort. Eine rundum gelungene Sache

K. G.

Ein graumelierter Herr

„Tolles Engagement, meist gute Atmosphäre, der Kalte Krieg gehört endlich der Vergangenheit an“ dies waren meine Eindrücke während des Wahlkampfes in Reinickendorf, so klang es von den meisten Mitstreitern.

Samstag, 21. September 2002, 9.55 Uhr, Kurt-Schumacher-Platz vor dem Clou. Ich hatte im Auto unseren Stand für den Aktionstag der PDS am letzten Tag vor den Wahlen, parkte zum Ausladen und hatte sofort den Eindruck, ich wäre schon vor Ort: “Ihr roten Socken!!!“ dröhnte es über den Platz. Ich dachte:"Das kann doch nicht sein, Du bist doch noch im Auto.......", dann kam aber: „Ihr verhelft den Kommunisten zur Macht!“

Dies alles in aller Lautstärke, die jeder Beschreibung spottet. „Oh“, dachte ich, „wen haben sie denn da ausgegraben?“ 

Also, ausgestiegen, hingeschaut - und da standen sie, fast Nase an Nase.  Die Leute hinter dem SPD-Suppen-Stand und davor dieser grau-melierte „Herr“ im Karo-Sakko, der offensichtlich zu den auf dem Platz fast flächendeckend aufgebauten CDU-Ständen gehörte und offensichtlich nicht wusste, was sich gehört.

Um es vorweg zu nehmen: Das Geschrei hörte bald auf (nach `ner Stunde?) entweder war er heiser oder die eigenen Leute hatten ihn doch irgendwann nach Hause geschickt, bevor Schlimmeres geschieht. So ging es dann doch wahlkämpferisch fair zu mit unterschiedlichen Argumenten, aber höflichen Umgangsformen. So praktizieren wir es und so soll es auch sein.

 J. S.

Kinderfest im Fuchsbau

Am 15. Septemberfand auf dem Gelände des »Fuchsbaus« das 2. Kinderfest des Reinickendorfer Bezirkselternausschusses (BEA) Kita statt. Es war wieder außerordentlich gut besucht, nicht zuletzt durch die Beteiligung vieler Kitas mit Spiel- und Bastel-Ständen, Leckereien und sonstigem Unterhaltungs-Programm. Der BEA, viele Privatpersonen und die beteiligten Parteien spendeten die eingenommenen 30-Cent-Coupons für die Spielangebote einer nach der Flutkatastrophe stark beschädigten Kita im Erzgebirge.

Natürlich beteiligten wir uns auch an diesem wunderschönen Kinderfest. Und da bei der PDS auch Männer Kinderfeste durchführen können und wollen, wurde das auch mit viel Spaß umgesetzt. Ein besonderer Anlaufpunkt war unsere Button-Maschine, die von den Kindern bestürmt wurde. Die Eltern hatten indes Zeit und Gelegenheit, sich über unsere Positionen im Kinder- und Jugendbereich zu informieren.

Eine besonders schöne Erinnerung an den Wahlkampf.

R. H.

Unterwegs in Frohnau und Hermsdorf

Die Kilometer von Briefkasten zu Briefkasten wurden immer länger, als plötzlich ein Frohnauer Bürger herbei eilte, dessen Briefkasten bereits Besuch von der PDS bekam. „Auch bei uns ist Euer Fuchs gern gesehen!“ (gemeint ist der Fuchs auf der Titelseite unserer Wahlzeitung). Der Mann sprach über sein Schicksal auf dem Arbeitsmarkt und fügte hinzu, dass es noch viele Frohnauer gibt, deren Schicksal ähnlich ist.

In Hermsdorf kam eine Verkäuferin extra aus ihrem Geschäft, um unser Wahlmaterial in Empfang zu nehmen. Sie freue sich, dass die PDS ihr Gesicht in Reinickendorf zeigt. „Es wird wohl sehr eng, aber seid nicht enttäuscht, wenn ihr es dieses Mal nicht schafft. Wir brauchen gerade hier eine wirklich linke Partei.“ Sie lächelte und widmete sich wieder ihren Kunden.

Auch nach der Wahl sind das Gründe genug, sich für eine linke Partei wie die PDS einzusetzen.

O.S.

„Ihr habt euch wohl verirrt?“

Mit dieser Frage wurden wir bei unseren Ständen in Hermsdorf und Frohnau von einigen Bürgern bedacht. Trotzdem waren einige Anwohner erfreut, dass wir auch in ihren Ortssteilen präsent waren. In Frohnau kam sogar Stadtrat Wegener (CDU) zu unserem Stand und unterhielt sich angergt mit unserem Direktkandidaten Robert Scholz. Auch zwei Jusos kamen an unserem Stand vorbei und wünschten uns Glück bei der Wahl. Leider half uns dies nicht viel. Einen kleinen Erfolg hatten unsere Stände aber: In Frohnau und Hermsdorf gewannen wir gegenüber 1998 6 Erststimmen hinzu.

Schüler-Rock auf der Tegeler Insel

Die Musik war sicherlich Geschmackssache. Das sollte sie auch sein, denn das Reinickendorfer Rockkonzert am 24. August war ein Angebot an die jugendlichen in unseren Bezirk. Veranstaltet von der Unabhängigen Antifa gemeinsam mit der PDS auf der Tegeler Insel, traten Reinickendorfer Schülerbands auf. Und ich hatte den Eindruck, die meisten Besucher hatten ihren Spaß. Und darum ging es uns.

Diskutiert wurde auch, mit dem Direktkandidaten und am PDS-Stand, neugierig war man/frau schon, von wegen unpolitisch. Für die Kleinen und manche Große, hier verbunden mit den ausliegenden Verhüterli, gab's blaue Ballons mit Friedenstauben. Sandra Brunner aus Pankow und Robert Scholz aus Reinickendorf waren auch da, die Atmosphäre entspannt, ein gelungener Abend, eine Wiederholung ist angesagt.

J. S.

Resonanz gut - Ergebnis schlecht

Die Resonanz der Menschen an den Infoständen im Wahlkampf war sehr gut. Da hatte ich von den Wahlkämpfen in den letzten Jahren für die PDS in Reinickendorf doch noch böse Erinnerungen.

In Gegensatz dazu war das Wahlergebnis allerdings das Schlimmste, das ich mir vorstellen konnte. Die folgenden Worte aus der "jungen Welt" vom 24.09.2002 kommen m.E. einer Erklärung für das schlechte Abschneiden der PDS bei der Wahl recht nahe:

"Zur Debatte steht im besonderen Masse das Verhältnis von parlamentarischer Tätigkeit und außerparlamentarischem Kampf. Ursächlich für die Wahlniederlage waren jedoch vor allem die Verluste an Glaubwürdigkeit, die Missachtung von Interessen und Gefühlen bei Mitgliedern und Sympathisanten im Gefolge der realen Politik der PDS. Die im Zusammenhang mit der seit 1997 in Gang gesetzten Programmdebatte versprochene sozialistische Profilierung der PDS erwies sich ebenso als Luftnummer wie die angekündigte progressive "politische Gestaltung" mittels Regierungsbeteiligung in ostdeutschen Bundesländern. Im Bundestag dominierte die Tendenz zur Anpassungsopposition, die in der Entschuldigung von Roland Claus bei Bush ihren eklatanten Ausdruck gefunden hat. Als Regierungspartei in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin beteiligte sich die PDS direkt am Sozial- und Stellenabbau. "

R. H.