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Am Rande

Wir in Reinickendorf • 11/2007

Wenn das Jesus wüsste

Ein christlich orientiertes Wohnprojekt will 18 (!) verhaltensauffällige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren aus sozial benachteiligten Familien jeweils für bis zu einem Jahr in einer Art Internat auf dem Gelände des Heiligenseer Diakoniezentrums unterbringen.

„Wir wollen Kinder aufnehmen, die als nicht beschulbar gelten, deren Eltern nicht in der Lage sind, sie zu erziehen.“ „Heiligensee verkraftet so eine Einrichtung nicht. Wir wollen das Projekt nicht.“

Das erste Zitat kennzeichnet die unmittelbar praktische Umsetzung des christlichen Gebotes der tätigen Nächstenliebe der diakonischen EJF Lazarus Gesellschaft. Das zweite den Reinickendorfer CDU-Kreisvorstand. Wohlgemerkt, das große „C“ soll ja für „Christlich“ stehen.

Nur ein Anachronismus oder eher typisch für die selbsternannte Reinickendorf-Partei? Klare Antwort: Sehr typisch und voll eklig, oder?

„Viele besorgte Bürger“ hätten sich an die CDU gewandt. Das will ich glauben. Aber, statt bei den „besorgten“ Bürgern um christliche Nächstenliebe und praktische Solidarität zu werben, handelt die „christliche“ Partei wieder mal nach dem Motto „Probleme? Nicht bei uns!“. Und das, obwohl bekannt ist, dass zum Beispiel in Neukölln ähnliche Einrichtungen schon lange ohne Probleme arbeiten. Was würde Jesus wohl dazu sagen?

Diese Frage muss auf den Tisch, wenn Bundestagspräsident Dr. Lammert (CDU) im „Tegeler Gespräch“ das Thema „Was unsere Gesellschaft zusammenhält!“ diskutiert. Oder werden durch den „Kostenbeitrag“ in Höhe von 14,90 EUR kritische Fragensteller draußen gehalten? (K)ein Schelm, der Arges denkt?

Jürgen Schimrock