Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Märkisches Viertel wird saniert

Wir in Reinickendorf • 10/2008

Modellhaft, richtungsweisend und mieterfreundlich

Eine notwendige energetische Grundsanierung, die für den Mieter kostenneutral gestaltet wird. Auf diese Kernaussage, die einen hohen eigenen Anspruch belegt, lässt sich das Vorhaben der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gesobau zusammenfassen. In den kommenden acht Jahren sollen mit einer Investitionssumme von etwa 440 Mio. Euro die rund 13 000 Wohnungen des Märkischen Viertels (MV) energetisch modernisiert werden.

Mehr Komfort, weniger Kosten

Die veralteten Ein-Rohr- werden durch moderne Zwei-Rohr-Heizsysteme ersetzt, Fenster und Fassaden wärmegedämmt. Neue Bäder, mehr Orientierung und Sicherheit, neue Müllsammelstellen und Abstellräume, aber auch der behindertengerechte Ausbau des Kultur- und Freizeitangebots ergänzen den Gewinn an Wohnkomfort. Versprochen wird eine für den Mieter (fast) kostenneutrale Baumaßnahme, deren Staub- und Lärmbelästigung ebenfalls im erträglichen Rahmen bleiben soll. Geplant ist in Zukunft auch ein verstärkter Einsatz regenerativer Energien.

Die Modernisierungszuschläge sollen in etwa durch die eingesparten Strom- und Heizkosten aufgefangen werden. Diese Rechnung kann aufgehen, wie Beispiele aus anderen Berliner Großwohnsiedlungen bereits zeigen.

Imagegewinn des Viertels

Für die Gesobau entsteht ein inzwischen notwendiger Imagegewinn der Siedlung und somit eine bessere Vermietbarkeit von weiterhin bezahlbaren Wohnungen. Hier sollen die Aufnahme des MV in das Programm „Stadtumbau West“ und das begleitende Motto „Sei Zukunft, sei Märker, sei Berlin“ unterstützen.

Am 29. September wurde auch eine „Infobox“ eröffnet, die neben Informationen zur Geschichte des MV, den geplanten Maßnahmen und Visionen auch ein Musterbad bereit hält. Ein erstes fertig gestelltes Beispielobjekt kann bereits heute im Eichhorster Weg besichtigt werden.

Übergeordnet ist der politische Wille, den der regierende Bürgermeister skizzierte, dass Energiespar- und effizienzmaßnahmen bei uns vor Ort getroffen werden müssen und können. Vieles, wie die Reduzierung des privaten Verkehrs und eine Verbesserung der Gebäude-Energie-Bilanz, wirke additiv, ergänze sich.

Bleibt zu hoffen, dass die Rechnung im Sinne vieler einkommensschwacher Mieter wirklich aufgeht

Jürgen Schimrock