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Ehrung für Antifaschisten

Wir in Reinickendorf • 2/2009

Kämpfer gegen den Faschismus: „Vergesst sie nie“

Mit einer Minute stillen Gedenkens ehrten ein Dutzend Reinickendorfer Bürgerinnen und Bürger am 27. Januar gemeinsam mit der Pfarrerin Richter von der evangelischen Jesus-Christus-Kirche am Falkenplatz in Konradshöhe Opfer des Nationalsozialismus. Vertreter des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und der LINKEN Reinickendorfs legten am Gedenkstein Blumen nieder.

Der Gedenkstein wurde 1946 durch die VVN aufgestellt. Er erinnert daran, dass auch Bürgerinnen und Bürger aus Konradshöhe und Tegelort Opfer des faschistischen Terrors wurden.

„Als christliche Jugendarbeit in Deutschland sind wir uns unserer besonderen Verantwortung, unserer Vergangenheit und dem Versagen der Kirche in  der Zeit des Nationalsozialismus gegenüber sehr bewusst... Es ist unsere feste Überzeugung, dass reflektierte Erinnerungskultur notwendig ist für verantwortungsvolles Handeln der Kirche in der Welt“, so skizzierte  Pfarrerin Richter das Leitbild evangelischer Jugendarbeit in Konradshöhe-Tegelort.

Yusuf Dogan

Foto: Lilo Joseph

Inschrift des Gedenksteins
auf dem Falkenplatz in Konradshöhe

 

RICHARD NEUMANN
VON FASCHISTEN ERSCHOSSEN AM 26.4.45

 

ALBERT BRUST
HINGERICHTET AM 26.9.44

 

SIE WAREN KÄMPFER GEGEN DEN FASCHISMUS

 

VERGESST SIE NIE!


Der Tischler Richard Neumann aus Konradshöhe, Straße 310 (heute Baummardersteig) 15 hatte im Tegeler Forst versteckte polnische Zwangsarbeiter mit Lebensmitteln versorgt und wurde noch drei Tage nach der Befreiung von Konradshöhe durch sowjetische Truppen am 26. April 1945 durch die SS erschossen.

Der Maschinenschlosser Albert Brust (geb. 29.4.1899 in Köln) aus Tegelort, Bismarkstraße (heute Friederikestraße) 11 war einer der führenden Köpfe der antifaschistischen Widerstandsgruppe „Mannhart“ bei Rheinmetall-Borsig in Tegel.

Im Urteil des „Volksgerichtshofes“ vom 25. Juli 1944 heißt es:

Otto Haase, Friedrich Lübben, Otto Dressler und Albert Brust haben im dritten und vierten Kriegsjahr in einem großen Rüstungswerk führend an der Errichtung einer kommunistischen Zelle durch schwer verhetzende Flugblätter gearbeitet: bis auf Dressler suchten und fanden sie Verbindung zu russischen und französischen Arbeitern und stellten ihnen sogar Hetzflugblätter in deren Sprache zur Verfügung. Dadurch haben sie sich zu Handlangern unserer Kriegsfeinde gemacht. Sie sind für immer ehrlos und werden mit dem Tode bestraft.“

Albert Brust und seine drei Genossen wurden am 25. September 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

(Quelle: Hans-Rainer Sandvoß, Widerstand in Pankow und Reinickendorf)