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Am Rande

Wir in Reinickendorf • 3/2010

Demaskierung

Am Ende der Karnevalszeit lässt der Narr seine Maske fallen. Zum Vorschein kommt das wahre Gesicht. Vorbei die närrische Zeit, in der (fast) alles erlaubt ist, in der die Jecken verklausuliert oder direkt Wahrheiten aussprechen (dürfen), die im „richtigen“ Leben tabu sind. Der Narr kehrt zurück in sein wahres Leben - meist wieder angepasst und unauffällig – bis die Uhr am nächsten 11.11. wieder 11:11 schlägt.

Der amtierende Vizekanzler unserer Republik, der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle, hat keine Maske. Er braucht keine. Er verteilt auch keine „Kamelle“.

Wenn er, vor dem Hintergrund fallender Umfragewerte für seine blau-gelbe Klientelpartei, Tacheles redet, zeigt er sein wahres Gesicht. Seine diffamierenden Äußerungen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Hartz IV-Regelsätzen entlarven ihn - im Sinne des Wortes. Die Verhöhnung von Millionen Männern, Frauen und Kindern, die auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind, bewegt sich „mindestens am rechten Rand propagandistischer Aussagen“ (Katja Kipping, MdB, DIE LINKE).

Es scheine in Deutschland „ nur noch Bezieher von Steuergeld“ zu geben, die Debatte trage „sozialistische Züge“, wer „anstrengungslosen Wohlstand“ verspreche, lade zu „spätrömischer Dekadenz“ ein, so unser Vizekanzler. Diesen „spätkapitalistischen Irrsinn“ (Brigitte Pothmer, MdB, Grüne) kommentiert Heiner Geißler (CDU): „Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannt hat.“ Insofern stimme Westerwelles Vergleich. „Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

F. Reineke