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Am Rande

Wir in Reinickendorf • 11-12/2011

Spuk im Schloss

Er war einst der politische Prinz der Konservativen gewesen. Ein Politiker, von dem man sagte, nur er selbst könne seinen Aufstieg nach ganz oben noch verhindern. Und tatsächlich, es folgte eine wahrlich königliche Selbstdemontage.

Seitdem fristet er ein rastloses Gespensterdasein in der Verbannung. Und doch geistert er unaufhörlich durch die deutsche Medienlandschaft. Zuletzt konnte man sein leises Geheul aus fernen Landen vernehmen. Und welche Panik daraufhin im altehrwürdigen Schloss der CSU ausbrach.

Und diese scheint berechtigt. Wenn er schon aus der Ferne allein mit der Ankündigung seiner Rückkehr einen solchen Aufruhr auslöst, wer sollte ihm dann in seiner eigenen Partei, wenn es dann soweit ist, ernsthaft die Stirn bieten wollen?

Da kann man nur hoffen, dass wir es mit einem Scheinriesen zu tun haben. Das ist jemand, der aus der Ferne riesig erscheint und umso kleiner wird, je näher er kommt.

Aber sollen wir nun zitternd in der Ecke kauern und mit den Zähnen klappern bis der Spuk ein Ende findet? Ich sage nein! Wir können uns gemütlich mit einer Tüte Popcorn zurücklehnen und die Show genießen. Denn wir haben noch unsere Angie aus der Schwesterpartei, ihres Zeichens Kanzlerin und Geisterjägerin. Sie konnte bisher noch jeden potentiellen Hoffnungsträger der Union - ob fähig oder nicht - rechtzeitig einen Kopf kürzer machen.

Und bei Herrn von Guttenberg wäre das besonders angebracht, dann könnte er in Zukunft auch ganz stilecht seinen Kopf umhertragen - unterm Arm.

Reinecke Fuchs