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Am Rande

Wir in Reinickendorf • 05-06/2012

Herzensangelegenheit

Reumütig müssen wir gestehen: Wir haben Frau Schultze-Berndt verkannt. Über viele Jahre hinweg sei es ihr ein Herzensanliegen gewesen, die Hannah-Höch- und die Greenwich-Schule im Märkischen Viertel zu fördern, enthüllte Reinickendorfs Schulstadträtin im Mai in der BVV.

Will heißen: Wenn die beiden Schulen nicht von diesem roten Satansgebräu, genannt „Gemeinschaftsschule“, probiert hätten, ja, dann ... „Für mich geht es nicht um Ideologie“, hatte sie schon im letztjährigen Wahlkampf von sich preisgegeben, „sondern darum, Überzeugungen zu haben.“ Die Überzeugung eben, das Projekt Gemeinschaftsschule habe keine Zukunft. Das CDU-Wahlprogramm lehnte deshalb einen solchen Irrweg „kategorisch ab“.

Die Wahlen sahen die CDU in Berlin und in Reinickendorf in einer neuen Situation. Sie wollte und durfte wieder ins Rote Rathaus. Und Frank Balzer wollte wieder Bezirksbürgermeister werden. SPD und Grüne halfen der CDU dabei. Sie musste dafür nur weniger „kategorisch“ sein und die Pilotphase Gemeinschaftsschule schlucken.

Nun sind „Kröten“ in der Tat kein Leckerbissen für jedermann. Was tun? fragte sich schon Lenin (ja, derselbe). Aus ihrem  tiefen Verantwortungsgefühl heraus versucht die Stadträtin hernachmals, die lieben Kinder möglichst vor all den ungesunden Experimenten zu bewahren. Wie das geht? Indem sie den beiden Schulen alle ihr möglichen Knüppel in den Weg wirft, die sie dann noch wegzuräumen verlangt. Was dabei ein bisschen betrübt, ist, dass die Grünen - wie es scheint - stillhalten.

Geld für Baumaßnahmen vom Senat gab’s leider nur bis 2011, unter Rot-Rot eben. Reinickendorf hat erst mal nichts eingeplant.

Wie sagte doch CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Schmidt weise: „So ist nun mal Politik“ - CDU-Politik. Die Pilot-Vereinbarung ist  unterschrieben. Der „Campus Hannah-Höch“ wird kommen.

R. Fuchs