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Am Rande

Wir in Reinickendorf • 05-06/2014

Fotos: Klaus Gloede

Der Horror der Wahlplakate

Da hängen sie nun wieder an den Laternenmasten – die Plakate zur Wahl. Auf der Pirsch durch Tegel entdeckt Reineke: Es sind weniger als letztes Jahr, auch nicht so viele Gesichter. An eins erinnert er sich, ist wohl vom vergangenen Sommer gleich hängen geblieben. Drei-vier Neue sind dabei. Einer will Präsident werden. Eine hat  - wie ihm scheint - schon mal bessere Zeiten gesehen. Ein Dritter kommt als Westernheld. Ein Vierter vom Verein der liberalen Freiheitskämpfer kann nichts für seinen Namen.

Bunt kommen  die Verkündigungen der Parteien daher. Reineke ist farbenblind. Er kneift die Seher zusammen. Zwecklos. Die Sozis sind besondere Spaßvögel: Ihre Farbenpalette ist unergründlich. Ocker-hellgelb –wird gesagt- mache das Denken leichter, aber die Botschaften in Weiß darauf sind auch mit Brille nicht lesbar. Vielleicht ist das der Sinn, überlegt Reineke. Da lobt er sein Rot „über den grünen Klee“, richtig Rot. Aufgepasst und klare Worte. Man will ja wissen, woran man ist! Das entspricht seinem Spürsinn.

Ansonsten: „Heilige Einfalt!“ Der Rotrock empfindet es als gruselig, was da zumeist von den Plakaten  an Worthülsen auf ihn einschreit. Alle wollen ein besseres Europa, einen stabilen EURO, ein Europa der Menschen, des Miteinanders, wo ALLE Chancen erhalten und die Jugend nicht vergessen wird. (Und die Füchse?) Welche Heuchelei! Eine über-große politische Koalition  außer der LINKEN hat doch über Jahre hinweg genau das Gegenteil getrieben. Sie will es nun nicht gewesen sein, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, Notsuchende wieder abgeschoben werden, 60% (sechzig von Hundert) der jungen Menschen in Südeuropa  keine Chancen haben, weil sie erwerbslos sind.

Reine Propaganda? Zwei dubiose  Klubs nutzen das. Sie haben sich ganz oben an den Laternen breit gemacht. Ihre Losungen ähneln sich so sehr, dass sie nicht einmal unterschiedliche Worte brauchen. Reineke nennt sie „foxshit“.  Er findet: Die Reinickendorfer sollten diese Beleidigung in der Wahlkabine nicht hinnehmen. Nee!

„Zirkus Horror“ liest Reineke auf dem Weg zurück an die Malche; aber das hat wohl nichts mit der Europawahl zu tun.

Reineke Fuchs