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Flüchtlinge sind willkommen

Wir in Reinickendorf • 10-11/2014

Hakan Tas (MdA), Sprecher der Linksfraktion für Inneres, Partizipation und Flüchtlinge - engagiert beim Begegnungsfest; Foto: Klaus Gloede

2. Begegnungsfest zeigt auch Probleme auf

Am Samstag, 14. September war es mal wieder soweit. Asylsuchende trafen auf dem Gelände der ehemaligen KBoN auf Asylfindende und auf Freunde aus der Umgebung. Ein gemütliches kleines Fest, das ein wenig an ein Hoffest oder großes Familienfest erinnerte. An einem Stand wurden uns Spezialitäten aus aller Welt angeboten, ein anderer klärte über Menschenrechte und die Situation von Flüchtenden an europäischen Grenzen auf. Mitglieder der LINKEN und der BO Rote Jugend Reinickendorf hatten es sich zur Aufgabe gemacht, den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und die Flucht für einen Tag vergessen zu machen.

Beeindruckt hat ein großes Zelt, in dem das vermutlich größte Problem der Flüchtlinge dokumentiert wurde: Das Lernen einer neuen Sprache. Schwer vorstellbar, die Muttersprache, als Teil der Identität, im Alltag durch eine neue Sprache ersetzen zu müssen.

Alles in allem, ein gelungenes Fest.

Aber, trotz aller positiven Eindrücke, die das Asylbewerberheim hinterlässt, trotz des Interesses von Nachbarn für die oft fremden Kulturen - eine menschenwürdige Unterbringung sieht sicher anders aus. Es ist eben nur eine provisorische Unterbringung von in Teilen der Gesellschaft nicht willkommenen Menschen.

Es gibt aus humanistischer Sicht kein haltbares Argument, Menschen eine Residenzpflicht aufzuerlegen, das Recht auf Arbeit und auf ein selbstbestimmtes Leben zu nehmen. Zelte in Turnhallen sind keine Lösung für die Asylbewerberfrage.

Eines ist klar, es werden mehr kommen. Und es ist ein Armutszeugnis für unsere reiche Gesellschaft, Menschen, die Schutz suchen, ein so unwürdiges Dasein zuzumuten. Das widerspricht auch dem Gebot der Nächstenliebe, eine unserer ethischen Grundlagen. Menschen, die vor Gewalt und Verfolgung fliehen, sind keine Fremdkörper in unserer Gesellschaft. Eine gewollte und gelungene Integration in unsere Gesellschaft liegt noch vor uns.

Auf diesem Weg ist ein Begegnungsfest, das mehr ist als ein Willkommensfest, ein Anfang.

Dennis Wendländer