Bedrohungen und Widerstand
Wir in Reinickendorf • 02/2001
Was im Bezirk so alles schief läuft
Von Robert Scholz, stellvertretender Bezirksvorsitzender der PDS
5.500 Unterschriften haben sie bereits gesammelt und dem Baustadtrat nehmen sie etwas von seinem offensichtlichen Selbstbewusstsein. Die Anwohnerrinnen und Anwohner des Tegeler Hafens wehren sich gegen eine Politik der Zubetonierung ihres Wohnumfeldes (wir berichteten bereits darüber). Während dem Bezirksamt der Investor verlustig zu gehen droht, will es weiterhin die übermäßige Bebauung der Insel des Ufers durchziehen. Weiterhin soll am Bedarf vorbei gebaut werden. Sollen alle Ärztinnen und Ärzte aus Heiligensee, Konradshöhe und Tegel an den Hafen ziehen, damit das geplante Ärztehaus gefüllt werden kann?
Und noch steht in den Sternen, wo all die gutbetuchten Ruheständler herkommen sollen, die sich die geplanten edlen Altenresidenzen leisten könnten. Doch davon ist die Rentabilität des Vorhabens abhängig. Lässt sich dies nicht verwirklichen bleibt nur eins: soviel Baumasse wie es die beschlossenen Planung nur hergibt hinzusetzen. Und dies würde nicht nur die Lebensqualität der unmittelbarer Anlieger verschlechtern, sondern die aller Reinickendorfer.
Bei einem anderen Schelmenstreich Berliner Verkehrspolitik können die Betroffenen vielleicht die Unterstützung des Bezirksamtes erwarten.
Der Beyschlag-Tunnel muss für – wie es heißt – dringend notwendige Arbeiten geschlossen werden. Nun wird nach einer Umleitung des Verkehrs gesucht. Und er soll ab der Schulzendorfer Straße durch Heiligensee führen. Direkt vorbei an der großen Erpelgrundschule. An den Erstklässlern soll der LKW- und PKW-Verkehr vorbeirauschen. Dem Bezirksamt ist dagegen bisher nicht viel eingefallen. Die Ruppiner Chaussee soll wieder geöffnet werden – ein alter Wunsch der Autopartei CDU. Wenn die Betroffenen nicht verschaukelt werden wollen, sollten sie ihren Widerstand organisieren. Beispiel: Tegeler Hafen!




