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Mehr Mitsprache für Bürger

Wir in Reinickendorf • 03/2007

Gespräch mit dem neuen Bezirksvorsitzenden der Linkspartei.PDS Reinickendorf, Yusuf Dogan

Zunächst Herzlichen Glückwunsch zur Wahl als Bezirksvorsitzender der Linkspartei.PDS Reinickendorf und natürlich zum 25. Geburtstag. Fordert die neue Funktion viel Mut?

Ich bin ja schon einige Zeit im Vorstand und finde die Atmosphäre ausgesprochen gut. Es gibt kein Durchsetzungsgehabe, sondern ernsthaftes gemeinsame Abwägen, was wichtig ist und wie wir darauf reagieren müssen. Dass dabei ein junger Bursche Älteren mit Respekt begegnet, gehört sich ja. Aber dass Ältere Jüngeren mit Respekt begegnen und von ihrer Sicht auf die Dinge lernen wollen, ist andererseits eine sehr schöne Erfahrung.

Du stehst vor dem Abschluss deines Jura-Studiums. Das gilt als sehr schwierig. Wie bringst du beides unter einen Hut?

Ich muss meinen Tag gut einteilen. Mein Fach hat das Gute, dass es sehr logisch ist. Das liegt mir.

Das Reinickendorfer Wahlergebnis der Linkspartei vom vergangenen Herbst hat nicht befriedigt. Welche Schlussfolgerungen sind zu ziehen?

Wir bemühen uns, auch ohne eigene Bezirksverordnete die Möglichkeiten in der Bezirksverordnetenversammlung zu nutzen, um uns zu bezirklichen Themen zu äußern. Das betrifft also vor allen die Einwohnerfragestunde und die Mitarbeit in BVV-Ausschüssen.

Natürlich haben wir uns mit der neoliberalen Politik der Großen Koalition im Bundestag auseinanderzusetzen und die Arbeit der rot-roten Koalition in Berlin kritisch und konstruktiv zu begleiten.

Apropos Einwohnerfragestunde: Aus verschiedenen Fraktionen war zu hören, dass du mit deinen Anfragen und Nachfragen nervst.

Ich habe bei mehreren Anlässen angemahnt, dass die Bürger informiert und zur Mitentscheidung eingeladen werden, bevor durch das Bezirksamt Tatsachen geschaffen sind. So müsste es doch sein, wenn Demokratie wirklich Demokratie sein soll. Schlimm, wenn das nervt.

Hast du in der Bezirkspolitik besondere Interessen?

Klar, die Jugendpolitik, insbesondere die Schule. In Reinickendorf gibt es einen Trend zur Eliteförderung. Ich wünsche mir ein Bildungssystem, das auch denjenigen Erfolg organisiert, die schlechtere Startbedingungen haben. Unsere Jugendgruppe will übrigens eine Art Förderunterricht für interessierte Kinder organisieren. Die Jusos und andere Bekannte haben Mitarbeit signalisiert. Der Vorstand unterstützt das.

Du vertrittst den Bezirksvorstand am Reinickendorfer antifaschistischen Runden Tisch. Ist das eine gute Zusammenarbeit?

Ich denke ja. Der Runde Tisch zeigt, dass bei konkreten Projekten durchaus gemeinsames Vorgehen verschiedener Parteien und Organisationen möglich ist. Unser Vorstand hat sich vorgenommen, noch mehr die Zusammenarbeit mit bezirklichen und überbezirklichen Akteuren, Initiativen und Vereinen zu suchen und dafür Vorschläge zu unterbreiten.

Viel Erfolg, Yusuf!