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Augenscheinlichkeiten

Wir in Reinickendorf • 04/2007

Wie weiter in der Cité Foch?

Von Vera Seidel

Große Anfrage zur Zukunft und Sicherheit in der Citè Foch in der März-BVV. Doch so richtiges Interesse konnte man als Beobachter nicht registrieren. Einige Verordnete verschwanden, offenbar um zu Abend zu essen oder wichtige Absprachen zu treffen. Bürgermeisterin Wanjura (CDU) war hinter hohen Aktenbergen kaum zu sehen. Baustadtrat Balzer (CDU) verbreitete allgemeine Ratlosigkeit. 20 Prozent der Wohnungen der abgezogenen französischen „Beschützer“ stehen leer und auch sonst herrscht tote Hose. Da zieht - wie mancher es auszudrücken beliebt - allerlei Grobzeug hin.

Aber was tun? Nach der Wende wurden die großen Wohnungen für die „Bonner“ freigehalten. Normalsterbliche durften dort nicht rein. Doch die Regierungsbeamten zeigten kein Interesse: Es gab Attraktiveres. Und jetzt wollen auch andere hier nicht mehr her, denn der Franzosen-Kiez droht umzukippen.

Von einem neuen Investor erwartet das Bezirksamt, dass er wieder Leben in die Bude bringt, sprich vor allem das Einkaufszentrum wieder belebt. Doch das Ganze wird ein teurer Spaß, denn das Viertel unterlag beim Bau nicht der deutschen Gesetzgebung und deshalb muss jetzt beispielsweise der gesamte Untergrund nach deutschen Maßstäben umgebaut werden. Das kann lange dauern!

Den Bewohnern ist mit dererlei Zukunftsmusik wenig geholfen. Ein Schlaglicht auf die Situation wirft ein Brief der Filiale der dortigen Grundschule an die Eltern, sie mögen doch ihre Kinder zur Schule bringen und abholen - aus Sicherheitsgründen.

Der CDU-Verordnete Goebel hat die Lösung natürlich gleich bei der Hand: Statt solche Briefe zu verschicken, sollten sich doch bitte schön die Lehrer morgens und nach der Schule an neuralgische Punkte stellen und so für Sicherheit sorgen.

So einfach ist das in der Politik, denn die Lehrer haben ja sonst nichts zu tun. Bei einem solchen sachdienlichen Vorschlag schaute nicht einmal Frau Wanjura hoch.