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Nichts ist mit „mehr Sicherheit“ für afghanische Zivilisten, Herr Dzembritzki!

Wir in Reinickendorf • 05/2007

Am 9. Mai 2007 meldete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ): „In der südafghanischen Provinz Helmand sind nach Angaben des Gouverneurs vom Mittwoch mindestens 21 Zivilisten bei einem Luftangriff auf Taliban-Kämpfer getötet worden. Die islamischen Rebellen hätten sich bei Kämpfen in Wohnhäusern verschanzt. Es seien auch Frauen und Kinder unter den Opfern.“ Solche Meldungen häufen sich in letzter Zeit. So hatte der Tod von 50 Unbeteiligten erst Ende April zu wütenden Protesten in ganz Afghanistan geführt.

Aus der zitierten Meldung der FAZ ging nicht hervor, ob dem verheerenden Angriff eine Luftaufklärung voranging, und ob sie von den seit kurzem dort stationierten Tornados der Bundeswehr ausgeführt wurde. Unwahrscheinlich ist das allerdings nicht. Die Bilder aus den Tornados sind ja nicht für das Familienalbum oder für Postkarten bestimmt. Sie dienen vielmehr nachfolgenden Kampfflugzeugen zur Orientierung, wohin und auf wen sie ihre Bomben zu werfen haben. Die Bundeswehr-Tornados sind damit unverzichtbarer Bestandteil der robusten Kriegsführung der NATO in Afghanistan.

Für den in Reinickendorf direkt gewählten SPD-Bundestagsabgeordneten Detlef Dzembritzki scheinen aber diese einfach zu begreifenden Zusammenhänge nicht zu existieren. Nach ihm dient der Tornadoeinsatz „der Aufklärung, damit auch der Sicherheit der Zivilbevölkerung und natürlich der Soldatinnen und Soldaten und der zivilen Helfer“. Man fragt sich angesichts dieser Worte: Will hier jemand nichts begreifen, oder verschleiert er bewusst die Zusammenhänge?

Andreas Wehr