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Schule als Chance für alle Kinder

Wir in Reinickendorf • 03/2008

Problembewusstsein und Lösungsansätze entwickelt

Am 23. Januar 2008 fand unter der Leitung des Reinickendorfer Stadtrates für Gesundheit und Soziales, Andreas Höhne, im Fontane-Haus eine Gesundheitskonferenz zum Thema „Wohin mit Kindern, für die die Schule zu einem besonderen Problem wird? – Schuleingangsphase: Chancen und Probleme“ statt. WiR führte dazu ein Interview mit dem Stadtrat. Die Fragen stellte Klaus Gloede.

Was bewog Sie zu dem „Ausflug“ in ein Nachbarressort ?“

Lassen Sie mich vorab feststellen, dass die Reinickendorfer Gesundheitskonferenz am
23. Januar 2008 im Fontane-Haus zum o.g. Thema ein großer Erfolg war und sich fast 300 Fachleute aus den Bereichen Gesundheit, Schule und Jugend weit über die Bezirksgrenze hinaus beteiligt haben. Die beeindruckende Multiprofessionalität unterstreicht, dass spezielle Themen nicht immer eindeutig nur einem Ressort zugeordnet werden können. So streift auch das Thema Schuleingangsphase verschiedene Handlungsfelder, und als sehr wichtige Erkenntnis der Konferenz bleibt festzuhalten, dass ein verstärktes Zusammenwirken aller Akteure erforderlich ist.

Aus der Tatsache heraus, dass sich die Zahl der förderbedürftigen Kinder in den letzten Jahren deutlich erhöht hat, haben wir uns den gesundheitlichen Aspekten gewidmet – speziell der Frage, welche Hilfestellungen möglich und notwendig sind, um Schülerinnen und Schülern mit besonderen Entwicklungshemmnissen und –störungen vor allem in den ersten Grundschuljahren die erforderliche Unterstützung zu geben.

Der vorgezogene Schuleintritt, die Jahrgangsmischungen, der Verzicht auf Rückstellungen und der Wegfall der Förderschwerpunkte „Emotionale und soziale Entwicklung“ sowie „Lernen“ sind Versuche, eine frühe Etikettierung zu vermeiden. Gleichzeitig fallen Fachleuten und Eltern zunehmend Kinder auf, die dem Schulbesuch in den ersten Klassen noch nicht gewachsen sind. Sie werden auf Grund von Entwicklungsproblemen in der Schule verhaltensauffällig, ängstlich, zurückgezogen oder krank und dann immer öfter den  entsprechenden Fachdiensten im Bezirk vorgestellt.

Ziele der Reinickendorfer Gesundheitskonferenz waren u.a.

  • auf die Situation von Kindern mit unterschiedlichen Handicaps hinzuweisen, sie in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen und
  • einen ressortübergreifenden fachlichen Austausch darüber zu führen, wie eine Integration möglichst aller Kinder gelingen kann.

Was geschieht mit den Vorschlägen der Konferenz ?

Nach Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation und der Warnung vor zuneh-mender Ausgrenzung verhaltensauffälliger Kinder wurden im Rahmen von Fachvorträgen, Workshops und der abschließenden Podiumsdiskussion verschiedene Vorschläge erarbeitet.

Wichtig ist, dass diese Gruppe von Kindern mit ihren besonderen Problemen nicht vergessen wird und dass sie sofort nach Schulbeginn – unter Berücksichtigung entsprechender Gutachten aus der Vorschulzeit – in die Förderung mit einbezogen werden. Hierzu sind verschiedene Modelle in der Diskussion und denkbar – vor allem müssen zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, um flexibler reagieren zu können.
Der Verlauf der Reinickendorfer Gesundheitskonferenz und die dort entwickelten Ideen werden zeitnah in einer Abschlussdokumentation zusammengefasst und über das Internet zugänglich gemacht.
Die Konferenz war insoweit Grundlage für eine weitere ressortübergreifende Diskussion auf Senats- und Bezirksebene sowie für die Entwicklung von Strategien zur konkreten Umsetzung.

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