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Zwei Standortkonferenzen und ein Werkstattverfahren

Wir in Reinickendorf • extra 9/2009

Mit der Eröffnung des neuen Flughafens Schönefeld (BBI) wird der Flugbetrieb in Tegel (TXL) im Herbst 2012 eingestellt. Seit einem Jahr arbeitet eine Planungsgruppe bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung daran, ein vernünftiges, zukunftsweisendes Nachnutzungskonzept vorzubereiten.

Am 1. Oktober 2008 fand die 1. Standortkonferenz im Terminal von TXL statt. Der Flughafenarchitekt Professor von Gerkan stellte dort seine ersten, richtungweisenden Ideen für eine ökologisch orientierte Nachnutzung vor, die den Anforderungen durch den fortschreitenden Klimawandel entspricht. Kernpunkte waren ein nachhaltiger Städtebau, die Entwicklung von Energie-Plus-Gebäuden, die Nutzung von Solar- und Windenergie sowie Biomasse. Grundlage jeder Planung müsste sein: kein Abriss des Terminals, Orientierung an ursprünglicher Bebauung, keine Teilnutzungen, kein Messe-, Kongress oder Konsumzentrum.

Konkrete Vorschläge sollen nach Vorstellung der Senatsverwaltung in einem „Werkstattverfahren“ erarbeitet werden, an dem verschiedene fachübergreifende Teams beteiligt werden. Beratend stehen die IHK und andere Institutionen zur Seite.

Am 1. Juli dieses Jahres, auf der 2. Standortkonferenz in der Bambushalle des Top-Tegel, trugen die sechs beauftragten Teams erste Ideen und Gedanken vor, die allerdings, aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit, noch sehr unkonkret waren. Begriffe wie „Testfeld Tegel“ „Tegeler Lichtung“ und „TXL-Coming home“ weisen auf die Orientierung an Nachhaltigkeit und behutsame (Um-)Gestaltung hin. „Tegel Fields“ favorisiert eine gewerbliche, industrielle- bzw. Mehrfach-Nutzung. Das Team von Prof. v. Gerkan brachte den Vorschlag des Prototyps einer „Energie-Plus-Stadt“ in Verbindung mit einer Photovoltaik-Farm und einem „Showroom der deutschen Umweltindustrie“ ein.

Alle Team-Entwürfe sollen bis Ende September vorliegen und, im Anschluss an eine inhaltliche Nachbereitung, im November 2009 auf einer 3. Standortkonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden.

Lob für dieses Verfahren gab es auch von der Bundesregierung. Die „drei großen Fragen der Städte“, der soziale Zusammenhalt, der ökologische Umbau und das Nachdenken über eine post-fossile urbane Mobilität, könnten in der Nachnutzungsdebatte zum Flughafen Tegel zukunftsweisend beantwortet werden.


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