Wahlkampf in Reinickendorf

Wir in Reinickendorf • 09-10/2011

Dies und das - noch mal beleuchtet


Zurück in die Zukunft?

„Und das soll Schule sein?“ heißt es in der Schulbroschüre der Hannah- Höch-Schule im Märkischen Viertel. Wie beim Jahresempfang der Reinickendorfer LINKEN vereinbart, machten sich Stefan Liebich (MdB) und Yusuf Dogan im September selbst ein Bild davon. Schulleiter Michael Tlustek informierte über das innovative Konzept der Schule. Jahrgangsübergreifendes Lernen funktioniert hier seit langem. Die schulischen Ergebnisse sind beachtlich. Und das in einem Kiez mit hohem Migrantenanteil und vielen Hartz-IV-Beziehenden.

Hannah-Höch und die benachbarte Greenwich-Oberschule möchten zu einer Gemeinschaftsschule zusammenwachsen. Alle wollen das. Wirtschaft und Ausbildungsbetriebe unterstützen das Anliegen. Nur Schulstadträtin Schultze-Berndt und ihre CDU allein stellen sich „kategorisch“ dagegen, ideologisch begründet.

Wird die SPD die bisherigen Ergebnisse der von Rot-Rot initiierten Schulreform gegen ein „roll back“ der CDU sichern und vernünftig weiterführen können? Dazu gehören auch das Schicksal der Gemeinschaftsschulen in nun schon elf Berliner Bezirken und das Projekt im Märkischen Viertel.

Klaus Gloede

In einer speziellen Ausgabe stellt die „Hürriyet“ türkische Kandidaten zur Berliner Wahl vor. Dass sie unseren Spitzenkandidaten gleich zehn Jahre jünger macht, hat er inzwischen verkraftet.

Zwei weiteren türkischen Zeitungen und einem Fernsehsender war er im Wahlkampf eine Meldung wert.

...lustige Sachen waren zu hören, so, als jemand vorschlug, wir sollten uns doch mit der CDU zusammentun. Wir hätten die guten Ideen, und die hätten das Geld, um sie zu verwirklichen...

Ganz persönlich

Nie werde ich die ältere Dame vergessen. Sie kam frisch vom Friseur mit Info-Material der CDU in der Hand direkt auf mich zu.

Sie erklärte, sie und ihr Mann seien eigentlich Stammwähler der CDU, aber in letzter Zeit sowohl von der SPD und CDU sehr enttäuscht. Deshalb würde sie sich gerne über das Programm der LINKEN informieren. Erfreut drückte ich ihr unser Material in die Hand.

Sie blieb stehen und erzählte mir dann in fünf Minuten ihr ganzes Leben und das ihrer Familie noch dazu. Ob sie uns wohl gewählt hat?

Marion Kheir

Ein Gruß der Verschmähten

16. September, 22 Uhr, Alt-Tegel, Wahlkampf. Die Junge Union verteilt ihre Pamphlete. Yusuf, Felix, Robert und Nick können es besser. LINKE-Flyer und flotte Sprüche. Kondome und süße Nervennahrung kommen bei den Jugendlichen an. Bald „verbrüdern“ sie sich. Manches gerät im Eifer auch neben die Papierkörbe. Soll natürlich nicht sein.

Prompt kommt am nächsten Morgen eine bitterböse e-mail von der Jungen Union: „Es ist eine Frechheit was sich ihre Partei erlaubt.“ Rechtschreibung: Glückssache.

Na, kommt schon, seid lockerer! Ihr habt doch gewonnen...

A.B.

Wahlkampf-Endspurt