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Rollberge-Siedlung

Wenn ein Kiez auf Verschleiß läuft

Wer durch die Rollberge-Siedlung geht, sieht es sofort. Dunkle Durchgänge, kaputte Türen, Fassaden, die seit Jahren auf eine Renovierung warten. Müll, der liegenbleibt. Treppenhäuser, in denen man den Schritt automatisch beschleunigt. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern Zeichen von Vernachlässigung, die sich ins Lebensgefühl fressen. Und am härtesten trifft es die, die am wenigsten ausweichen können: Familien, Alleinerziehende, Kinder.

Defekte Aufzüge: Alltägliche Demütigung

Besonders bitter ist die Situation für Menschen, die auf funktionierende Aufzüge angewiesen sind. Einkauf, Kinderwagen, Arzttermin werden zur Kraftprobe, wenn der Aufzug mal wieder nicht geht. Und das passiert hier nicht selten, sondern regelmäßig.

Dabei ist die Rollberge-Siedlung seit einigen Jahren in den Händen der Gewobag, einem landeseigenen Wohnungsunternehmen. Eigentlich eine gute Nachricht: Denn wer, wenn nicht das Land Berlin, sollte Verantwortung für seine Mieter*innen übernehmen? Doch viele Bewohner*innen berichten, dass Instandhaltung und dringend nötige Investitionen nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden. 

Was in der Rollberge-Siedlung sichtbar wird, ist kein Einzelfall. Es ist das Ergebnis jahrelanger politischer Entscheidungen. Soziale Probleme konzentrieren sich dort, wo Investitionen ausbleiben und Menschen mit wenig Spielraum zusammenleben. Armut ist kein persönliches Versagen der Betroffenen, sie wächst aus schlechten Bedingungen. Doch die Rollberge-Siedlung braucht kein Mitleid. Sie verdient Respekt und endlich konsequentes Handeln.

Was jetzt gebraucht wird

Die Linksfraktion setzt sich im Abgeordnetenhaus dafür ein, dass die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften wie die Gewobag endlich in die Lage versetzt werden, Instandhaltung und Investitionen wirklich durchzuführen. Dazu braucht es ausreichend Mittel und den politischen Willen Mieter*innen nicht länger hinzuhalten. Genau da setzen Abgeordnete der Berliner Linken an: Im April organisieren sie eine Mieter*innenversammlung vor Ort in der Rollberge-Siedlung. Ziel ist es über die Rechte gegenüber dem eigenen Vermieter zu informieren. Es soll ein Raum geschaffen werden, 
in dem sich die Nachbarschaft vernetzen und gemeinsam stark machen kann. Denn eins ist klar: Veränderung kommt nicht von oben. Sie kommt von denen, die hier leben.

Linksfraktion an der Seite der Mieterinnen und Mieter

Auch in Reinickendorf steigen die Mieten und werden Wohnungen in Eigentum umgewandelt. Die Menschen spüren auch hier, wie schwer es geworden ist, eine 
bezahlbare Wohnung zu finden. 
Weil auch der Berliner CDU-SPD-Senat in die Taschen der Mieter*innen greift, steigen sogar die Mieten bei den Wohnungen, die dem Land gehören. In der Reinickendorfer Brusebergsiedlung hat die landeseigene Howoge die Mieten 2026 um fast vier Prozent erhöht - damit gehört die Siedlung berlinweit zu den Spitzenreitern bei landeseigenen Wohnungen.

Dabei geht es auch anders. Ein Instrument, um Mieterhöhungen zu vermeiden, sind Milieuschutzgebiete. In Milieuschutzgebieten werden Verdrängung erschwert und Luxussanierungen begrenzt. Das macht Wohnungen in diesen Gebieten für dreiste Vermieter und Renditejäger uninteressanter. Aus Sicht der Linken dürfen solche Gebiete nicht die Ausnahme bleiben, sondern müssen überall dort eingerichtet werden, wo Mieten und Aufwertungsdruck steigen.

So konnte nach langen Blockaden auf Druck der Linksfraktion die Milieuschutzgebiete Reinickendorf Ost (Lettekiez) und Reinickendorf-West (Scharnweberstraße/Klixstraße) beschlossen werden.  Im Osten Reinickendorfs wurde außerdem die Erweiterung des Milieuschutzgebiets in Angriff genommen – unter anderem rund um den Hausotterplatz, das Breitkopfbecken, die Weiße Stadt, den Schäfersee und die Residenzstraße. Grundlage dafür ist eine Haushaltsbefragung, die im Sommer 2025 durchgeführt wurde und auf einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung zurückgeht, den die Linke angestoßen hat. Solche Sozial-studien sind wichtig, um genau zu erfassen, wer im Kiez lebt, wie sich Mieten entwickeln und wo Verdrängung droht. Die linke Fraktion setzt sich dafür ein, dass der Senat diese Untersuchungen dauerhaft finanziert und die Bezirke genug Personal bekommen, um Milieuschutz nicht nur zu beschließen, sondern auch konsequent umzusetzen. Gleichzeitig schaut die Linksfraktion nicht nur auf private Vermieter, sondern auch auf die landeseigenen Wohnungsunternehmen wie die Howoge. Diese müssen Bestände sichern, neue Wohnungen bauen und die Mieten stabil halten. Wo das Land Vermieter ist, sollen Mieten gedeckelt werden und Wohnungen dauerhaft bezahlbar bleiben.

Politik nah am Leben

Katina Schubert

Viele Menschen haben Probleme mit behördlichen Anträgen wie Wohngeld, Bürgergeld oder mit dreisten Vermietern. Oft entstehen Probleme, weil Bescheide spät kommen oder Fristen zu kurz sind. Die linke Abgeordnete Katina Schubert kennt solche Probleme nur zu gut. Bei ihren Gesprächsangeboten in ihrem Büro erlebt sie immer wieder Menschen, die an dreisten Vermietern oder bürokratischer Hartnäckigkeit verzweifeln. In ihrer Beratung wird deshalb zunächst Ordnung in die Unterlagen gebracht, es werden Sachstandsanfragen formuliert und schriftliche Erinnerungen an das Amt geschickt. In dringenden Fällen nimmt das Büro Kontakt zu Ämtern auf. Wenn es anders nicht weitergeht, werden Verbindungen zu Hilfestrukturen und Anwälten hergestellt. Katina Schubert hat aber auch die Erfahrung gemacht, dass die Schwierigkeiten in der Regel nicht am bösem Willen der Mitarbeitenden, sondern an der strukturellen Unterbesetzung der Behörden liegen.

Manche Einzelfälle greift sie politisch auf, weil sie sehr konkret zeigen, wo die Lücke zwischen Rechtsanspruch und Realität liegt. Daraus leitet die linke Abgeordnete ihre Forderungen im Parlament ab. Zum Beispiel nach mehr Personal in den Ämtern, weniger fehleranfälligen Verfahren.

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