Brot UND Rosen!
Nachbarschaft feministisch leben
Berlin ist voll von Menschen, die sich umeinander kümmern und füreinander Verantwortung übernehmen – tagein, tagaus. Unter Freundinnen und Freunden, in vielfältigen Familienformen und Nachbarschaften, in queeren oder migrantischen Communitys, in Krankenhäusern, Kitas und Stadtteilzentren. Aber die Lasten sind ungerecht verteilt: Meist sind es Frauen, viele von ihnen Migrantinnen und Migranten, die jeden Tag kochen, aufräumen, Essen ausliefern, sich um Kranke kümmern, das Leben planen, an Geburtstagsgeschenke denken oder die alte Nachbarin besuchen, die sonst einsam wäre. Sie halten diese Stadt am Laufen und den Alltag zusammen, oft unsichtbar, oft überlastet, oft schlecht oder gar nicht entlohnt.
Doch während sie andere auffangen, wird ihnen der Boden entzogen. Der Senat spart, kürzt, schließt. Er greift genau jene sozialen Infrastrukturen an, die es ermöglichen, dass wir uns umeinander kümmern können und Zusammenhalt schaffen.
Wir wollen stattdessen die Menschen und die Realität ihrer Sorgearbeit zum leitenden Prinzip der Stadtentwicklung und des gesellschaftlichen Miteinanders machen. Ziel ist damit auch, Sorgearbeit aus der privaten und unsichtbaren Verantwortung einzelner zu nehmen und sie als demokratische Gemeinschaftsaufgabe zu verhandeln. Wir wollen diese Stadt nicht um Profit, Konsum und Verwertbarkeit organisieren, sondern um Menschen, Bedürfnisse und Verbundenheit.
Berlin ist das erste Bundesland, das den 8. März zum Feiertag gemacht hat. Nun wollen wir zum 8. März beschließen, Berlin auch zur Sorgenden Stadt zu machen. Das ist ein langfristiges Ziel. Um es zu erreichen, müssen wir uns jetzt auf den Weg machen. Und weltweit gehen Städte wie Barcelona, Mexico City, Bogota und Santiago de Chile voran – sie alle haben sich auf die Fahne geschrieben die privatisierte Sorgearbeit zu vergesellschaften.
Deshalb schlägt Die Linke Berlin folgenden Aktionsplan vor, der einen schrittweisen Umbau einleiten soll:
Zum Aktionsplan Sorgende Stadt
Während soziale Orte, die Entlastung schaffen könnten, von der CDU weggekürzt werden, werden die Mieten immer teurer! Berlin funktioniert zunehmend nur noch für Reiche.
Wir sagen: Das muss doch nicht so sein!
Wir wollen Nachbarschaft feministisch leben. ✊🌹
Wir kämpfen dafür, dass Sorgearbeit vergesellschaftet statt vereinzelt und unsere Lohnarbeit gut bezahlt und wertgeschätzt wird. Wir wollen Brot UND Rosen!
Deshalb waren viele von uns am 8. März auf der gewerkschaftlichen Bündnis-Demo vom Oranienplatz zum Roten Rathaus, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Am Vormittag waren wir aber auch in zwei Parks in Reinickendorf unterwegs, um an Frauen Rosen und Flyer mit unseren Forderungen zu verteilen. Wir haben vielen Frauen damit eine kleine Freude gemacht.
Dateien
- Flyer
PDF-Datei (2 MB)




