Vom rot-grünen Regen in die schwarz-gelbe Traufe?
Der erste wahlkämpferische Schlagabtausch von Reinickendorfer Direktkandidaten für den nächsten Bundestag (22.8. in den „Seeterassen“, Einlader: „Blickpunkt Tegel“, „Reinickendorf aktuell“ und „Kunst und Kultur Tegel e.V.“) bot keine Überraschungen. Detlef Dzembritzki, SPD, bisheriger Platzhalter, möchte Agenda 2010 und Hartz IV- sprich: den Sozialabbau- fortsetzen, weil Rot-Grün „nicht alles geschafft“ habe. Frank Steffel, CDU-Lokalmatador und Unternehmer, drängt es erneut zu Höherem, denn er will Deutschland nicht „rot-roten Ideologen, Lehrern und Gewerkschafts-funktionären überlassen“. Als alternativlose „Antwort derer, die es gut meinen mit Deutschland“, bietet er eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und des Renteneintrittsalters- sprich: noch stärkere Belastungen für den „kleinen Mann“- an. Mieke Senftleben, FDP-Bildungspolitikerin auf Landesebene, verfängt sich im Steuerndickicht- eine Mehrwertsteuererhöhung sei Gift, aber vielleicht 2008/09 doch- man will ja mitregieren. Oliver Schruoffeneger, einst Vorzeige-Grüner unseres Bezirks, philosophiert über „Nachhaltigkeit in 20-30 Jahren“, als ob seine Partei keine Mitverantwortung für fünf Millionen Arbeitslose im Jahre 2005 habe. Alle vier jonglieren sie mehr oder weniger einfallslos mit Begriffen wie „ Herausforderungen der Globalisierung“, „Konsequenzen der demografischen Entwicklung“, „Reformstau“ (woran natürlich immer die anderen Schuld sind)- Neoliberalismus pur. Dazu gehören die Seitenhiebe gegen die Linkspartei, für die Andreas Wehr, auch Reinickendorfer Urgewächs, in den Ring tritt. Als einziger nennt er die Dinge beim Namen: Schluss mit der weiteren Umverteilung von unten nach oben!
Friedrich Wilhelm
