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Am Rande

Wir in Reinickendorf • 04/2006

Deutscher Fragebogen

Der hessische Fragebogen für Leute, die die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen, ist auf einige Empörung gestoßen; vor allem vermutlich bei sogenannten Intellektuellen, die selbst erst lange nachlesen mussten, bevor sie alle Fragen beantworten konnten. Manche mögen sich auch daran stoßen, dass einiges nach Gesinnungsschnüffelei riecht.

Alles Afferei. Es gibt keine Fragen nach terroristischen Absichten oder Mitgliedschaft in Gewerkschaften und linken Parteien. Nicht einmal die entscheidende Frage ist gestellt, ob der Einbürgerungswillige auch immer brav die CDU wählen werde. Immerhin muss wenigstens ausreichend Abscheu vor der verflossenen DDR nachgewiesen werden.

Die Kritiker verkennen einfach den Wert solcher Fragebögen. Die sind nämlich nicht bloß eine Hürde, sie dienen bekanntlich auch der schnelleren Wiederausweisung bei Nachweis falscher Aussagen. Und da ergibt sich, dass die Fragebogenpraxis durchaus noch ausgebaut werden müsste. Wieso darf zum Beispiel ein Hartzgeldempfänger weiter in Deutschland durchgefüttert werden, wenn er nicht weiß, was Caspar David Friedrich seinerzeit auf Rügen malte, oder wenn er gar so große Zweifel am parlamentarischen System der BRD hat, dass er nicht einmal zur Wahl geht?

Der hessische Fragebogen sollte viel breiter angewendet werden.

Jochen Eser


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