Zum Hauptinhalt springen

Am Rande

Wir in Reinickendorf • 08/2006

Hässliche bunte Welt

Extra zur Wahl hat die Reinickendorfer CDU eine neue Farbenlehre erfunden. Zitat aus ihrem kommunalpolitischen Wahlprogramm: „Im politischen Spektrum gibt es eine Vielzahl von Gedankenspielen, wer mit wem was tun oder lassen kann. Die ‚Farbenlehre’ der Destabilität enthält alle Kombinationen von Rot-Rot-Gelb-Grün-Grau-Braun.“

Nur Schwarz steht für Stabilität. Die Farbenlehre der Stabilität enthält keine Kombinationen, außer der Kombination mit Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura. Für Schwarz gibt es keine Gedankenspiele, mit wem was zu tun oder zu lassen wäre. Erneut Zitat: „Jede Stimme für eine andere Partei als der CDU Reinickendorf ist eine Stimme gegen Marlies Wanjura“.

Den kleinen Deutschfehler in diesem Satz sollte man einer Partei verzeihen, die vehement für das gestrige dreigliedrige Schulsystem eintritt. Bedeutungsvoller ist die böse Ahnung in diesem Satz, die CDU habe sich mitsamt ihrer Spitzenfrau so kräftig unbeliebt gemacht, dass sie von niemand anderem ein paar Stimmen bei der Bürgermeisterwahl in der BVV erhofft.

Eine Erklärung dafür findet sich vielleicht in der Farbenlehre der Natur. Farbe ist Licht mit einer bestimmten Wellenlänge. Angeleuchtete Objekte erhalten ihre Farbe, weil sie nur Licht jener Wellenlängen zurückgeben, die sie erzeugen würden, wenn sie selber leuchten könnten. Das Licht anderer Wellenlängen saugen sie auf. Schwarz saugt alles auf und gibt nichts zurück.

Das könnte es sein.

Jochen Eser

Kontakt

zur Redaktion, Anregungen, Kritik:

redaktion@die-linke-reinickendorf.de